Blogger-for-freedom.org

Viele mutige Blogger sitzen weltweit in Gefängnissen, weil sie es gewagt haben, unbequeme Wahrheiten zu schreiben oder Texte, die dem jeweiligen Staatsregime nicht genehm waren. Simon von Blogger-for-freedom.org möchte auf diese Schicksale aufmerksam machen.

 Simon, das Bloggersdorf begrüßt dich. Einige Worte zu Blogger-for-freedom.org?

Blogger for Freedom ist ein Blogprojekt, mit dem wir versuchen, Menschenrechts-Aktionen von und für Blogger zu unterstützen. Geboren wurde das ganze aus der „Free Burma!“ Aktion, aber wir versuchen, alle Bereiche der Blogosphäre in den Augen zu behalten.  Freiheit ist nunmal international, deshalb gibt’s Blogger for Freedom nicht nur auf Deutsch, sondern auch auf Englisch.

 Möchtest du uns einige besonders brisante Fälle nennen?

Ein immer noch aktueller Fall ist der des Ägypters Kareem Amer, dessen erstes „Verurteilungs-Jubiläum“ im Februar war. Über ihn konnten wir viel schreiben, da gibt es eine große Unterstützergemeinde um ihn, die einiges organisiert. Aber er ist bei weitem nicht der einzige – unsere Liste inhaftierter Blogger enthält dutzende aktuelle und frühere Fälle.

 Was kann jeder Einzelne tun, um Bloggern in Not zu helfen?

Im Grunde bei den Aktionen mitmachen, über die wir bei Blogger for Freedom berichten. Es ist vor allem wichtig, dass die Leute nicht im Gefängnis vergessen werden – starke Berichterstattung und wache Augen helfen immer. Gerade bei länger Inhaftierten kann man auch Geld spenden, zum Beispiel für Kareem. Im Grunde ist es das Beste, unseren Feed zu abonnieren, damit man immer auf dem Laufenden bleibt – manchmal gibt es ja auch positive Nachrichten, über die man sich dann freuen kann!

Wann hast du mit deiner Arbeit begonnen und warum?

Wir (dass heißt, Nimue und ich) wurden, wie gesagt, von der „Free Burma!“ Aktion inspiriert. Das hat gezeigt, dass die Blogosphäre einiges kann! Den Fall Kareem Amer kannte ich bereits vorher und vor allem die tollen Aktionen seiner Unterstützer – die sind da schon ein Vorbild für mich. 

Welche Blogs liest du regelmäßig?

Persönlich lese ich eine ganze Menge Blogs – der Feedreader zeigt etwas mehr als 80 an – aber für Blogger for Freedom sind natürlich vor allem thematisch ähnliche Blogs wichtig. Zum Beispiel Global Voices Advocacy oder das Committee to Protect Bloggers, aber auch Mideast Youth ist eine tolle Seite, die ich nur empfehlen kann! 

Betreibst du noch andere Blogs?

Yep, mein eigenes Blog simoncolumbus.de hatte vor einigen Wochen „seinen“ ersten Geburtstag. Das ist halt für den „persönlichen Kram“ da – allerdings momentan nicht so gut gepflegt.

Was können wir in Zukunft von dir und deinem Blog erwarten?

Von Blogger for Freedom könnt ihr natürlich weiterhin aktuelle Berichterstattungen über alle Menschenrechts- und Freiheitskampagnen der Blogosphäre erwarten. Von mir persönlich gibt es in absehbarer Zeit das Waldorfblog-Projekt namenstaenzer.de (Link folgt) – vielleicht auch einmal hier im Interview.

Irgendwelche letzten Worte?

Eigentlich sollte ich hier jetzt ein tolles Zitat anbringen – aber ich möchte dann doch den Raum nutzen, um noch einmal für Blogger for Freedom zu werben: Im Grunde ist das nämlich ein Community-Blogprojekt. Sollte sich also jemand zur Mitarbeit berufen fühlen, freue ich mich immer über eine Mail!

Vielen Dank für die interessante Aktion.

Link: www.blogger-for-freedom.org

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