Archive for März, 2008

googlewatchblog.de

Dienstag, März 4th, 2008

Ok. Dieses Interview ist im Vergleich zu den Anderen riesig. Man muss aber bedenken, dass die Googlewatchblogger zu fünft sind (4 Stammschreiber und ein Gastautor). Auf GWB erfährt der Leser alles zu und um Google.

Hallo zusammen. Was ist Googlewatchblog und wer steht dahinter?

Jens: Der Titel des Blogs ist schon komplett selbsterklärend. In unserem Blog findet man alles rund um das Thema Google, von neuen Services über Tipps & Tricks, Spielereien und sonstige Tools bis hin zu den kleinsten Veränderungen und Updates an den Google-Services. Der Blog ist sozusagen das deutsche Google Newsportal - und das seit über 2 Jahren. Unser Team besteht derzeit aus 5 Personen und wir sind alle mehr oder weniger an Google interessiert ;)

 

Stefan Z: Der GooglewatchBlog ist ein Nachrichtenblog mit täglichen Meldungen zu allem rund um Google, Suchmaschinen und dem Web 2.0 Hinter dem Blog stehen Jens, Stefan, Pascal, Stefan und Steffen und viele weitere die den Blog regelmäßig lesen und ihn durch Hinweise und aktive Beteiligung unterstützen.

 


Pascal:
Wie die zwei vor mir schon gesagt haben, ist der GoogleWatchBlog vom Namen her selbst erklärend. Mit 17 Jahren bin ich der Jüngste im Team.

 

Steffen: Hallo ich bin ein Fan der 1ten Stunde des GoogleWatchBlogs, täglich schau ich vorbei um zu sehen was es neues rund um Google gibt. Ich habe 2 Gastartikel und weit über 100 Kommentare geschrieben.

Warum sollte man Google beobachten?

Jens: Beobachten klingt eher negativ, nennen wir es lieber die Entwicklung verfolgen. Google hat es in wenigen Jahren von der Suchmaschine zum quasi Informationsmonopol gebracht, es gibt wohl niemanden mehr in der großen weiten Internetwelt der Google nicht in irgendeiner Art und Weise nutzt. Die Angebote dringen in immer mehr Bereiche des Lebens vor und Google zeigt immer wieder neue Wege auf uns das Leben zu erleichtern und noch mehr Aufgaben online zu erledigen. Und da Google Informationslieferant Nummer 1 ist, sollte man die Entwicklung schon verfolgen und sich darüber informieren was mit all den Informationen passiert, wie man sie bekommen kann und welche Möglichkeiten uns das Unternehmen bietet.

 

Natürlich sollte man Google auch kritisch beobachten, um auf die Wortwahl zurückzukommen. Natürlich sollte man aufpassen dass dieser Seelen- und Informations-Striptease den wir täglich vor Google führen nicht in falsche Hände gerät und man sollte sich immer fragen ob man Google auch diese und jene Information unbedingt noch mitteilen muss. Googles Ziel ist der Aufbau eines allumfassenden Profils rund um jeden Menschen - und das geschieht beinahe völlig automatisch und ohne das es der User merkt. Passt also auf was ihr Big Google mitteilt und was nicht…

 

Man muss Google aber natürlich zu gute halten dass für den Schutz der Daten der User alles nur erdenkliche getan wird und dass Google auch schon für einzelne User teure Proteste bestritten hat und dies auch weiterhin tun wird.

 

Pascal: Aus einer Suchmaschine wurde meiner Meinung ein komplett Dienstleister. Man schaue sich einfach mal die Dienste von Google an. Neben der Suche gibt es noch eine andere große Menge: Werbung, Software, Office Anwendungen und auch Unterhaltung wie YouTube. Schade finde ich, dass alle Google Nutzer zwar die Web und Bildersuche kennen, aber spätestens bei Google Docs wissen viele nicht was das sein soll.

 

Stefan M.: Weil Google ein interessantes Unternehmen mit interessanten Technologien ist.

 

Stefan Z.: Google ist der Marktführer, aber das ist nicht alles. Initialzündung war für uns 2005 als ein ständiges Produktfeuwerwerk nicht mehr enden wollte…
In den 90er Jahren wurde die Computerentwicklung stark von Microsoft bestimmt. Die Entwicklung des Internets nun von Google… Da hat sich ein klarer Wechsel vollzogen. Das gilt es zu dokumentieren.

 

Steffen: Weil es wirklich praktische Software von Google gibt, Docs, Kalendar, News, die ständig weiter entwickelt werden.
Mit besonderem Interesse beobachte ich die Softwarelösung die Google für das Handy anbietet (Android).

Ein Professor forderte letztens, dass Google zerschlagen werden müsse. Die Suchmaschine würde unsere Realitätswahrnehmung und Wirtschaftsmechanismen beeinträchtigen. Stimmt ihr dem zu?

Jens: Ich stimme keinem der 3 Punkte zu. Warum sollte das Unternehmen zerschlagen werden? Es gibt zwar ein selbst geschaffenes Monopol (oder es wird kräftig eins aufgebaut), aber der Weg von Google ist nur einen einzigen Klick entfernt. Google nutzt seine Suchmaschine zum promoten der anderen Dienste und zur Querfinanzierung, aber nutzt seine Marktmacht nicht aus und erpresst keine Lieferanten und Kunden.

 

Die Realitätswahrnehmung wird nicht von Google beeinträchtigt sondern vom Internet allgemein. Das Internet ist wohl der Nummer-1-Auslöser für die Vereinsamung und den Realitätsverlust mancher Menschen - damit hat Google selbst aber nicht viel zu tun. Das ganze nennt sich Internetsucht, und nicht Google-Sucht.

 

Das einzige was Google wirklich beeinflusst ist die Art der Menschen mit Informationen umzugehen. Vor einigen Jahren musste sich jeder selbst Informationen mühsam zusammen suchen, heute reicht 1x googeln und wir bekommen mehr Informationen als wir je verarbeiten könnten. Aber auch das sehe ich nicht als Folge von Google, sondern eher als Folge des Internets und der Informationsgesellschaft. Und ich kann an dieser Entwicklung nichts negatives finden ;-)

 

Pascal: Gleiches könnte man auch auf Microsoft übertragen, auch MS hat unsere Realität durch Windows und Office geprängt. Im Grunde wollte sich der Professor nur wichtig tun.

 

Stefan M.: Natürlich geht von Google eine Gefahr aus, nicht nur in Bezug auf Datenschutz. Wenn man damit umgehen kann ist das allerdings kein Problem, nur können das nicht alle…

 

Stefan Z.: Eins vorweg, einem solchen künstlichen Markteingriff würde ich erst einmal nicht zustimmen.
Dazu ist die Argumentation nicht tiefgehend genug. Ein wechsel ist tagtäglich möglich. Aber der Punkt ist ja, dass die Leute das nicht tun. Wenige probieren in Deutschland die anderen Suchmaschinen aus. Und wenn man diese Voraussetzung als freiwillige Selbstbeschränkung des Internetnutzes bedenkt, beeinflußt das natürlich die Relitätswahrnehmung. Internet-Browser sollten eine Meta-Suchmaschine haben um dieses Dilemma zu lösen. Wirtschaftsmechanismen ändern sich in der Tat. Aber das ist der Zeitgeist. Zielgerichtete Werbung wurde nun entdeckt. Die Mechanismen übersringen die Medien. Und es gibt Firmen die da mithalten könnten. Namen brauche ich da wohl nicht nennen. Auch wenn sich viele kleine zusammen täten wäre das wohl genauso mächtig.

Wie wurde die Idee, über Google zu bloggen geboren?

Jens: Der Blog ist eher zufällig entstanden und war nicht wirklich geplant, vorallem nicht in diesem Ausmaß. Ich muss gestehen noch Mitte 2005 keine Ahnung gehabt zu haben was ein Blog überhaupt ist und was alle daran so toll fanden. Dann eher zufällig habe ich mich mit dem Thema Blogs auseinandergesetzt, habe angefangen einige zu lesen und fand das dann doch ganz spannend. Ein paar Wochen später hatte ich dann meinen eigenen Blog, Allround, ohne Thema. In diesem Blog hatte ich unter anderem eine Kategorie "Microsoft" und eine "Google". So gut wie alle meine Beiträge konnten einer der beiden Kategorien zugeordnet werden, also hatte ich beschlossen aus einem der beiden einen eigenen Blog zu machen - und Google erschien mir zu dem Zeitpunkt interessanter.

 

Dass es noch keinen deutschen Google-Blog gegeben hat ist mir erst einige Tage nach dem Start des GoogleWatchBlog (damals noch "GoogleWatch" aufgefallen und hat mich nur darin bestärkt den Blog weiterzuführen und mich endgültig nur auf dieses Thema zu konzentrieren. Erstaunlicherweise ist der GWB bis heute der einzige deutsche Blog der sich nur auf Google bezieht, während es im englischen gleich eine ganze Reihe von Blogs mit dieser Thematik gibt.

 

Pascal: Eher zufällig bin ich im Mai 2007 auf den GoogleWatchBlog gestoßen. Schon vorher fand ich Google interessant. So langsam wurde aus dem Interessen mehr und ich habe angefangen Google richtig zu beobachten und dann ab August 2007 Gastartikel geschrieben. Seit dem 27.10.2007 - dem Tag an dem der GoogleWatchBlog 2 Jahre alt wurde - gehöre ich zum Team.

 

Stefan M.: Ich hatte zuerst meinen eigenen Blog über Google, einfach weils micht intressiert. Dann bin ich zum GWB gegangen.

 

Stefan Z.: Also ich hab schon lange Zeit vorher Freunden und Kollegen immer das neueste berichtet. Jede Woche alles über die neuesten Webdienste. Nach Gmail kam Google Earth… aber auch so Tools wie Writely und dann wow, Google kauft die Bude… das macht Euphorisch. Um nicht immer alles zwei mal zu erzählen, fing ich an zu bloggen.

Wie ist das Verhältnis zwischen euch und Google?

Jens: Also das Verhältnis zwischen Google und uns ist "duldend": Obwohl wir uns durch die Verwendung von Googles Logos, der Farbgebung unseres Logos und auch des Designs auf sehr dünnem Eis bewegen, duldet uns Google und hat noch nie den Zeigefinger erhoben. Im Gegenteil, Google liest unseren Blog selbst - ob in Mountain View, Irland, Schweiz oder Hamburg, von überall aus surfen die Googler bei uns. Viele Googler lesen unseren Feed und einige haben den Newsletter abonniert.

 

Kommen wir zum Verhältnis zwischen uns und Google: Ich habe keinen dauerhaften Kontakt zu irgendeinem Googler, nur ab und an gibt es kurze eMails - diese sind dann aber eher informell und drehen sich nicht um unsere Artikel.

 

Stefan Z.: Klar ist das Unternehmen schon irgendwann auf uns aufmerksam geworden. Aber ich kannte den Pressesprecher schon bevor ich anfing zu Bloggen aus einem Vortrag. Da hatte ich noch "WatchBlogger" belächelt, bis ich dann Monate später selbst einer wurde, weil ich merkte, dass hier in Deutschland in der Richtung noch nicht so viel los war, als im englischsprachigen Raum. In die Lücke sind wir gesprungen und haben uns gut gehalten :) Ich denke, das wird von Google sehr positiv gesehen, weil es virales Marketing bedeutet. Immerhin wollen die ja, dass die Leute bloggen. Außerdem haben wir auch versucht statt einfach nur stupide Kritik zu üben, konstruktive Vorschläge in einer Wunschliste zu sammeln. Das ist ein sehr erfolgreiches Konzept, was allen weiter hilft. Dadurch sind auch vereinzelte Kontakte zu Mitarbeitern für Interviews entstanden.

 

Pascal: Nachdem wir ja nicht jeden Fehler den Google macht aufgreifen, so wie ein Watchblog einer Zeitung mit vier Buchstaben, toleriert Google uns. Letzten Mai sind wir ja auf die Domain googlewatchblog.de umgezogen, wobei wir zuvor bei Google angefragt hatten, ob das für das Unternehmen ok ist.

Welche Blogs lest ihr regelmäßig?

Jens: Puh das sind eine ganze Menge… Also erst einmal so gut wie alle offiziellen Google-Blogs und die GoogleWatch-Blogs wie Google Blogoscoped, Google Operating System und Googlified. Ansonsten die halbe deutsche Blogcharts-Fraktion. Basic Thinking, Shopblogger, Hostblogger, Spreeblick (obwohl mir das garnicht mehr gefällt), BildBlog und viele mehr. Insgesamt sinds über 300 Feeds, davon 142 Blogs.

 

Pascal: Hauptsächlich unsere Quellen und die anderen Google Blogs. Aber regelmäßig lese auch Blogs, die eigentlich gar nichts mit Google zu tun haben - zum Beispiel Planet Mozilla.

 

Stefan M.: Blogoscoped, Georg Holzer, Lukas Burgstaller, r3dl1ne, … siehe meine Blogroll.

 

Stefan Z.: Ich hab alle offiziellen Google Blogs, die von bekannten Googlern, sowie andere offizielle Unternehmensblogs abonniert. An den großen IT-Nachrichtendiensten heise, golem usw. kommt man auch nicht vorbei. Und dann natürlich alle Blogs von unserem Bloggern aus der Community, die SEOs und dann noch viel richtung IT-Entwicklung aus wegen meies Studiums. Und beinahe täglich kommen neue in meinen Reader hinzu…

 

Steffen: Da ich mich sehr für Google Earth/Google Maps interessiere, gehören zu meinen Anlaufstellen: betrachter.de, gkarten, KugelErde. Die meisten News rund um Google spuckt mir der Google-Reader aus. Mein lieblings Blog der nichts mit Google zu tun hat > Weblog eines Bestatters.

Betreibt ihr noch andere Blogs?

Jens: Nein.

 

Pascal: Aber selbst verständlich! Pascal’s Blog zum Beispiel.

 

Stefan M.: stefan2904.blogspot.com und stefan2904.blogspot.com

 

Stefan Z.: Ja, ich habe auch noch meinen privaten Blog, in dem ich aber nur sehr selten über etwas entferntere Themen philosophiere… interessanterweise verfolgt Google momentan auch eins meiner Forderungen, mehr Funk-Frequenzen für die modernere IT-Technik nutzbar zu machen und alte Medien auf dieser Basis nur noch emuliert laufen zu lassen. Also eigentlich Themenfremd, aber wenn man sich mit all den Dingen beschäftigt, trifft es sich wieder irgendwann.

 

Steffen: ja.

Was können wir in Zukunft von euch und euerem Blog erwarten?

Pascal: Einiges haben wir in Planung. Aber wie auch bei Google lassen wir uns nicht in die Karten schauen. Wenn der Zeitpunkt gekommen ist, werdet ihr es schon sehen.

 

Stefan M.: Mehr Wachstum im deutschsprachigen Raum bzw. Österreich wäre toll.

 

Steffen: Mehr Gastartikel schreiben, was jeder mal ausprobieren sollte der was neues über Google gefunden hat, im GWB gibt es links oben in der Ecke zwei Links.

da darf jeder seine Meinung, Fundstücke,  Rund um Google verbreiten.

 

Stefan Z.: Wir wollen noch mehr Leser begeistern und im deutschen Sprachraum eine Referenz über Nachrichten zu dem Suchmaschinenimperium Google werden. Zudem haben wir auch noch ein paar Überraschungen vorbereitet, um die Inhalte unseren Lesern noch besser zu vermitteln. Der Hype wird wohl noch eine Weile gehen und bei Microsoft kann man beobachten zu welchen Größen so etwas noch führen kann.

Irgendwelche letzten Worte?

Pascal: Frei statt Bayern! (Sry das musste raus!)

 

Steffen: Ich werde im Sinne der Ausgewogenheit wohl vermehrt bei anderen Suchmaschinen googeln.
 

Link: www.googlewatchblog.de

geistesblitz.de

Montag, März 3rd, 2008

Timo Off, der Mann mit dem kurzen Nachnamen, kennt sich aus: Er beherrscht anspruchsvolle Mathematik und hohe Philosophie zu gleichen Teilen.

Hallo Timo. Was ist Geistesblitz.de?

Hallo David. Geistesblitz.de ist meine Internetseite, auf der ich  über Ideenfindung, frische Ideen und Ideen-Präsentation schreibe.

Wie bringst du als (ehemaliger) Mathematik-Lehrer einem Null-Bock- Kind/Teenager bei, das Mathematik eine spannende Kunst ist?

Mathematik ist die universelle Sprache, die so vielem zu Grunde  liegt. Mathe ist nicht einfach nur Rechnen. Mathe ist viel mehr: Es ist argumentieren, Probleme lösen (und erkennen, WIE man Probleme löst), kommunizieren und man lernt, wie man Modelle bildet. Mathematik ist übrigens unglaublich schön. Sie ist so reichhaltig und umfangreich, wie ein großes schönes Haus, in dem man immer wieder neue Ecken entdeckt.

Da du auch Philosophie studiert hast: Was ist der wahre Sinn des  Lebens? :)

Sinn ist immer dort, wo wir ihn sehen, wo wir ihn erkennen wollen.

Was vermittelst du deinen Lesern auf Geistesblitz.de sonst noch?

Wie kommt man auf Ideen? wie setzt man sie um und wie überzeugt man  andere von dieser Idee. Die einzig wirklichen Kategorien auf meiner  Seite sind "Ideen finden" und "Ideen präsentieren". Alle anderen Kategorien sind nachgeordnet.

Was ist schwieriger? Komplexe Mathematik, oder hohe Philosophie die neue Ansätze aufdeckt?

Mathematik ist *eigentlich* einfach. Manchmal ist die Lösung eines Beweises nur sehr gut versteckt. Mathematik strebt nach Klarheit, Einfachheit. Philosophie ist *eigentlich* einfach. Manchmal ist die Erkenntnis nur hinter Worthülsen versteckt. Philosophie strebt nach Klarheit, Einfachheit. Nein, das kann man nicht sagen, was denn nun schwieriger ist.

Welche Blogs liest du regelmäßig?

Etwa knapp 180 derzeit. ich nutze einen RSS-Reader und überfliege mehr, als dass ich alles lese. Aber ich glaube, dass ich diesen Info-Overload als Anregung brauche. Favoriten? Puh… schwer zu sagen.

Betreibst du noch andere Blogs?

ja, sehr selten: reden-archiv.de und noch viel seltener:  ideenfarbe.de

Was können wir in Zukunft von dir und deinem Blog erwarten?

Artikel über Ideen. Videos über Ideen. ein paar wenige Hinweise zu meinen Büchern und meinen Projekten.

Irgendwelche letzten Worte?

Kurz vor meinem letztem Atemzug werde ich sagen: "Moment, da fällt mir noch was ein…"

 

Link: www.geistesblitz.de

deprifrei.twoday.net

Montag, März 3rd, 2008

Schwieriges Thema: Roman berichtet offen und ehrlich über den Kampf mit seinen Depressionen.

Hallo Roman. Du schreibst über Depressionen. Wie kam es dazu?

Seit meiner Jugend schreibe ich schon Gedichte, Texte, zeitweise auch Offline Tagebücher, die ich aber nach kurzer Zeit aufgab. Ich habe festgestellt, dass mir beim traditionellen Tagebuchschreiben eine direkte Kommunikation mit den Lesern fehlt, die in der Blogwelt vorhanden ist. Außerdem kann man auch andere Betroffene kennenlernen, die wie ich unter Depressionen leiden. Von der Möglichkeit der Blogs habe ich vor einigen Jahren erfahren, als mir jemand begeistert in einem Internet-Forum für Jugendliche und junge Erwachsene davon berichtete. Erst seit kurzer Zeit sind Blogs auch wegen ihrer politischen Brisanz in einigen Ländern wie der arabischen Welt oder auch in China oder Russland mehr in den  Fokus der Öffentlichkeit gerückt.

Du bist selbst betroffen. Wie hat sich das zum ersten Mal manifestiert?

Ich denke man stellt selbst sehr spät fest, dass man an einer Depression erkrankt ist. Fast jeder Mensch kennt Episoden, wo er sich schlecht fühlt und nichts machen will, sowas nennt man in medizinischen Kreisen eine depressive Verstimmung, die aber im allgemeinen nach kurzer Zeit abklingt. Eine Depression ist oft ein schleichender Prozess, der sich über Monate, Jahre hinzieht und sich bei mir darin manifestierte, dass man soziale Kontakte meidet, unter Konzentrationsschwierigkeiten leidet, schlecht aus dem Bett kommt, ein Schweregefühl spürt,Grübeleien, Selbstmordgedanken hegt, mangelndes Selbstwertgefühl, Schuldvorwürfe an der eigenen Person und an dieser Welt… Ich denke, dass ich schon seit meiner Kindheit unter Depressionen gelitten habe, da ich in einer sehr instabilen Familie aufwuchs. Schon als Kind habe ich mich vor dieser Welt zurückgezogen, da ich mit ihr nichts gutes verbunden habe. Heute versuche ich aus dieser Isolation rauszukommen.

Wie können sich depressive Menschen selbst helfen?

Ich denke es ist für einen Depressiven sehr schwer, sich selber zu helfen, da ein Depressiver fast immer in einer passiven Haltung ist. Depressive ziehen sich wie ich es ja gesagt habe, oft in ihre eigene Welt zurück, weil sie alles was sie erleben, negativ deuten. Für einen Depressiven ist das Internet ein Glücksfall, da er ohne Probleme andere Betroffene kennenlernen kann und so schon mal erfährt, dass er nicht der Einzige ist, der diese Probleme hat. Manche erzählen dann in ihrem Blog oder auch in einem Internetforum für Schwermütige, dass sie einen Aufenthalt in einer Klinik gemacht haben und ermuntern so den passiven Depressiven, ihrem Beispiel zu folgen. Das Wichtigste ist aus meiner Erfahrung, dass man aktiv wird und sein Schicksal mit dieser schweren Krankheit nicht als gottgegeben hinnimmt!

Welche Medikamente oder Therapien helfen deiner Meinung nach am besten: Produkte der Pharmaindustrie, homöopathische Mittel oder andere andere Methoden?

Ich denke es gibt nicht DEN Weg aus der Depression, genauso gibt es auch viele Wege nach Rom. Als ich im April 2002 zum ersten Mal Antidepressiva nahm, habe ich eine sehr gute Verbesserung meiner eigenen psychischen Verfassung gespürt. Ich sah viele Dinge viel klarer, als vorher und wurde ausgeglichener. Zu dieser Zeit lebte ich in einem Übergangsheim für psychisch Kranke und litt an Liebeskummer. Ich wollte zu diesem Zeitpunkt, als es mir besser ging, die negative Stimmung in diesem Übergangsheim verändern, aber ich hatte leider keinen Erfolg. Also kehrten die Depressionen nach einem halben Jahr wieder zurück, trotz Medikamente. Mein Fehler war, dass ich mein Leben nicht verändert habe, sondern dort weiter wohnte. Später halfen die Medikamente oft nicht und ich wandte ab 2006 die Selbsthypnose an, um meine Depressionen mit positiven Suggessionen wie "Ich bin  frei von Depressionen" loszuwerden. Mit dieser Methode habe ich oft Erfolg, aber auch nicht immer. Viel wichtiger als Medikamente und Selbsthypnose ist, dass man sein eigenes Verhalten verändert, die die Depressionen verursachen. Daher kann oft eine Verhaltenstherapie bei einem Psychologen helfen. Auch wichtig ist Bewegung und Sport und frische Luft und Sonnenlicht. Mit Hömopathie habe ich keine Erfahrungen gemacht.

Welche Blogs liest du regelmäßig?

Sehr gerne lese ich den Blog von einem Österreicher in den mittleren Jahren, der unter www.lovehunter1.twoday.net über sein Schicksal als Single berichtet. Da ich genauso unter dem Singledasein leide, kann ich mich in vielem, was er dort sarkastisch beschreibt wiederfinden. Auch lese ich manchmal den Blog von Eva, die unter www.danielle1798.twoday.net über ihre Depris schreibt und der ich mit guten und netten Kommentaren versuche zu helfen. Auch lesenswert und leider viel zu wenig kommentiert, ist der politische Blog www.nichtalternativlos.wordpress.com.

Betreibst du noch andere Blogs?

Ich führe noch den politischen Blog www.meinepolitischengedanken.twoday.net, den ich ich allerdings seit einiger Zeit nicht mit neuen Themen gefüttert habe, was ich demnächst wieder tun will.

Was können wir in Zukunft von dir und deinem Blog erwarten?

Die Leser meines Deprifrei Blogs können auf jeden Fall erwarten, dass ich weiter ohne Selbstzensur über meine Probleme mit mir und meiner Krankheit berichten werde und auch mal ab und an gesellschaftliche Themen wie "Mindestlohn"  oder "raffgierige Manager" aufgreifen werde. Die Menschen werden heute in der Arbeitswelt immer mehr unter Druck gesetzt, was auch viele psychische Erkankungen wie Depressionen begünstigt.

Irgendwelche Worte zum Schluss?

Die Frage klingt wie die Aufforderung nach einer Friedhofsrede, die ich aber nicht vorhabe. Trotz meiner Depris habe ich ja nicht vor Selbstmord zu begehen und ich habe die Hoffnung, dass ich manche Menschen durch meinen Blog helfen kann, besser mit ihrer Krankheit umzugehen und sich selbst nicht zu töten. Ich würde mich sehr freuen, wenn ich weitere Leser gewinnen könnte und man kann gerne Kommentare in meinem Blog hinterlassen, auch anonyme Beiträge von nicht regristrierten Mitgliedern sind willkommen. Ich bin ein Mensch der auch eine kritische Diskussion nicht aus dem Weg geht und ich bin über Anregungen erfreut. Auch habe ich zu dem Thema eine eigene Homepage gemacht, die man unter www.depressionen.de.tl erreichen kann und wo man z. B. etwas über Antidepressiva erfahren kann.  Vielen Dank für die vielen letzten Worte, die ich noch sagen durfte. ;)

Ich wünsche dir weiterhin viel Kraft für die Zukunft.

Link: deprifrei.twoday.net

kopfschuettel.de

Samstag, März 1st, 2008

Wenn Bernd den Kopf schüttelt, geschieht dies meist aus Verwunderung über die wundersame Welt der Frauen. Wir finden die Geschichten des Alltags spannend - und die Frauen auch.

Hallo Bernd, was muss man über das Kopfschüttel-Blog wissen?

Das lässt sich mit wenigen Worten schnell und präzise beantworten: der Name ist Programm, denn genau daraus ist das Kopfschüttel-Blog hervorgegangen und ist bis heute auch der sich stets einstellende körperliche Effekt beim Lesen: verblüfft und verständnislos mit dem Kopf schütteln über die alltäglichen charmanten Dinge der Frauen. Und das gilt übrigens nicht nur für die Männer; erstaunlicherweise erfreut sich das Kopfschüttel-Blog auch bei den Damen größter Beliebtheit und vielleicht liegt das auch ein wenig daran, dass es sich nicht um verurteilenden Chauvinismus, sondern mehr um liebevolle Einblicke in den allzu oft missverständlichen Alltag zwischen Mann und Frau handelt, den es mit Humor und Verständnis jeden Tag aufs Neue zu meistern gilt.

Was bringt dich besonders zum Kopfschütteln?

Es sind im Wesentlichen zwei Dinge, mit denen mich die Liebste stets aufs Neue beeindruckt und zum Kopfschütteln bringt: zum einen gelingt es ihr immer wieder, mich mit ungewöhnlichen Ideen und verrückten Verhaltensweisen zu überraschen. Und zum zweiten versteht sie es ungemein geschickt, mich auf ihren Kurs einzuschwenken, bevor ich merke, was eigentlich passiert oder tatsächlich dahinter steckt. Frauen sind eben doch so ein bisschen anders, so ein wenig geheimnisvoll, so überaus reizvoll.

Was sagt deine Liebste zu deinem Blog? Sie ist ja quasi "Mit-Akteurin".

Meine Liebste ist weit mehr, als eine Akteurin; vielmehr ist sie die alleinige Hauptdarstellerin, sowohl im Kopfschüttel-Blog, als auch in meinem Leben. Meine Liebste liest sehr gerne die Kommentare, die zu jeder Geschichte von den Gästen hinterlassen werden. Wir achten aber gemeinsam sehr darauf, dass der Umgangston stilvoll bleibt und auch nicht unter die Gürtellinie geht.
Es gibt eine einzige Geschichte, die zwar fertig ist, aber nicht im Blog erscheint, da die Liebste den Wunsch hatte, diesen Dialog nicht zu veröffentlichen.
Wenn das Kopfschüttel-Blog erst einmal Hollywood-Ruhm erlangt hat, dreimal verfilmt wurde und die Liebste der begehrteste Fernsehstar gleich nach Dieter Bohlen ist, kann ich diese eine Geschichte ja vielleicht für 1.000.000 EUR Startgebot bei eBay versteigern…

Wie reagieren deine Leserinnen auf deine Geschichten des Alltags?

Aus verschiedenen Feedback-Quellen weiß ich, dass die Leserinnen und Leser des Kopfschüttel-Blogs sehr unterschiedliche Positionen haben, insbesondere was den Wahrheitsgehalt der Geschichten angeht oder bezüglich der Frage, ob es die Liebste überhaupt gibt. Wir belassen diese Fragen auch ganz bewusst unbeantwortet, um jedem Gast seinen eigenen Freiraum für Fantasie zu lassen und seine eigene Vorstellung von den geschilderten Situationen nicht zu beeinflussen. Auch aus diesem Grund liegt der Charme der wechselseitigen und insgeheim liebevollen Dialoge in dem hohen Wiedererkennungswert, kombiniert mit dem unweigerlichen Gefühl, sich als Leser selbst schon einmal in einer ähnlichen Situation befunden zu haben.

Frauen sind…

…selbst dann noch undurchschaubar, wenn sie aus Glas sind.

Welche Blogs liest du regelmäßig?

Ich lese gerne bei den Tellerdrehern, beim Bremer Shopblogger, Daywalkers Monstropolis bietet Verrücktes, Nicht-anrufen! Erstaunliches und Bloggersdorf befindet sich seit kurzem in meiner Liste. Es gibt noch eine Reihe weiterer Blogs, sie befinden sich in meiner Blogroll.

Es macht mir aber auch immer mal wieder Spaß, neue Blogs zu entdecken. Dafür öffne ich www.wordpress-deutschland.org und klicke mich einfach mal durch die „frisch gebloggt“-Liste. Da habe ich schon so manches Goldstück entdeckt.

Betreibst du noch andere Blogs?

Ja, das Schlaublog. Allerdings muss ich dazu sagen, dass ich dort weit weniger Engagement und Zeit investiere, als es beim Kopfschüttel-Blog der Fall ist. Eröffnet habe ich das Schlaublog seinerzeit, um die Freiheit zu haben, nach Lust und Laune einfach irgendetwas veröffentlichen zu können, was im Kopfschüttel-Blog aufgrund dessen strikten roten Leitfadens nicht so ohne weiteres möglich ist.

Was können wir in Zukunft von dir und deinem Blog erwarten?

Das Kopfschüttel-Blog ist ein wichtiger, aber nach wie vor humorvoller Bestandteil unseres Lebens geworden; und so soll es möglichst auch bleiben. Die unglaubliche Dynamik, die sich mit zunehmender Leserschaft entwickelt hat, beschert uns jeden Tag Erfrischungen in Form von Kommentaren, Emails oder anderen Neuigkeiten, die wir sehr gerne lesen und die unser Leben durchaus auch bereichert haben. Solange es der Liebsten und mir gefällt, wird es auch weiterhin verrückte Dialoge geben, die eigentlich nur eines widerspiegeln: unser ganz normales Leben. Und – und das beruhigt mich regelmäßig – anscheinend auch die Erfahrungen vieler anderer Männer, denen es alltäglich genauso ergeht, wie mir.

Irgendwelche letzten Worte?

Die Firma Bauknecht verwendete bereits im Jahre 1957 den Werbeslogan: „Bauknecht weiß, was Frauen wünschen.“ Also wenn das wirklich stimmt: da würde ich dann gerne mal ein Praktikum machen!

Vielen Dank für dieses Interview und wer beim Lesen auf der Hälfte des Textes eingeschlafen sein sollte: keine Sorge, dass ist gewöhnlich meine Wirkung auf Frauen…

Danke ebenso!

Link: www.kopfschuettel.de