baumgesicht.blog.de
Willkommen Nikola. In erster Linie dreht es sich bei deinem Blog um das Thema Garten. Was verindet dich damit?
Seit ich denken kann, gab es in meinem Leben einen Garten: Ich stamme aus einem Dorf am Rande des Westerwaldes, und ich wuchs mit dem Garten meiner Mutter auf, sprichwörtlich, denn damals (in den 60er und 70er Jahren) diente der Garten auch und vor allem der Versorgung mit Nahrungsmitteln. Das, was wir heute teuer als „bio“ kaufen, war damals selbstverständlich: ungespritztes, frisch geerntetes Gemüse, Kräuter, Obst. Mein Bruder und ich hatten im großen Garten eine kleine Ecke für uns: Dort durften wir pflanzen, was wir wollten, und ich glaube, mit diesem Quadratmeter eigener Erde fing meine Leidenschaft für das Gärtnern an.
Als ich später in die Stadt zog, habe ich zumindest immer einen „Balkongarten“ gehabt, und in der kleinen Wohnung, in der ich mit meinem Mann jahrelang wohnte, zog ich die Tomaten im Schlafzimmer auf der Fensterbank vor. Meinen Traum vom eigenen Garten konnte ich mir 1992 erfüllen, als wir ein kleines Haus mit Garten im Rhein-Main-Gebiet kauften.
Von 2004 bis 2006 haben wir das Haus umgebaut und auch den Garten völlig neugestaltet. Ich konnte mir damit lang gehegte Wünsche erfüllen: Teich, mediterraner Kräutergarten, Gewächshaus, Wintergarten.
Mein Garten ist für mich ein wichtiger Teil des Lebens, sozusagen der tägliche Urlaub für die Seele und Sinne: Sehen, Riechen, Fühlen, Hören – und schmecken! Anders als meine Mutter bin ich kein Selbstversorger, aber insbesondere Kräuter und Tomaten ziehe ich selbst. Die Bilder in meinem Blog stammen alle aus meinem „neuen“ Garten.
Garten-Fotos sind ein weiterer Schwerpunkt. Welche Motive interessieren dich am meisten?
Blüten, Früchte, Sträucher, Farne, Gräser, Bäume; das Entstehen, Werden, Vergehen in meiner Gartenwelt fange ich mit der Kamera ein, und weil mein Garten nicht sonderlich groß ist, lege ich den Schwerpunkt gern auf die kleinen Dinge: Ein buntes Blatt, ein Obstzweig mit Knospen, ein Farnwedel, der sich entrollt, aber auch der vorwitzige Frosch, der aus dem Teich lugt, die bunten Farben der Blumen: all das inspiriert und interessiert mich. So soll im Laufe der Jahre ein Porträt meines Gartens entstehen, mit allem, was darin zu finden ist.
Viele Verbinden mit dem Thema Garten immernoch das Klischee des "spiessigen", kleinbürgerlichen Schrebergartens. Ist der Ruf dieser Garten-Gemeinschaften gerechtfertigt oder nicht, bzw. verschwindet er langsam?
Das kommt wohl darauf an, in welcher Gartengemeinschaft man sich gerade bewegt
Ich mag mir kein Urteil über Schrebergärtner anmaßen, aber für mich wäre eine Reglementierung dessen, was ich in meinem Garten pflanzen darf oder nicht, unvorstellbar. Ich mag auch keine Wissenschaft machen aus dem, was ich pflanze: So gibt es viel Einheimisches bei mir, aber mein Garten ist auch für Exoten eine Heimat: Bambus, Feige, Banane …
Sicherlich gibt es noch viele Menschen, denen der Garten vor allem Arbeit macht, die im Herbst „aufräumen“ und selbst das kleinste Blättchen vom akkurat gestutzten Rasen klauben, aber ich glaube, ihre Zahl nimmt ab, denn heute, wo ein eigener Garten eben nicht mehr selbstverständlich ist, lernen viele, dieses Kleinod zu schätzen, und das bedeutet, sich mit den biologischen Abläufen zu beschäftigen, sich für die Bedürfnisse der Pflanzen zu interessieren – und „freier“ zu werden, was zum Beispiel das Tolerieren der einen oder anderen Unkrautpflanze angeht.
Ein Beispiel für die geänderte Sichtweise vieler Menschen: als ich früher Blumenblüten über meinen Salat streute, erntete ich erstaunte Blicke, heute gibt es am Buchmarkt eine Vielzahl an Titeln, die „Essbare Blüten“ oder auch „Essbare Wildkräuter“ zum Thema haben. Das ist, finde ich, eine schöne Entwicklung und führt weg vom Image des „spießigen Schrebergärtners“.
Verlassen wir mal kurz das Grüne. Du bist auch Autorin. Welche Bücher hast du geschrieben?
Ich habe insgesamt fünf Bücher geschrieben und arbeite an zwei weiteren. Der Schwerpunkt meiner Autorentätigkeit liegt im historischen (Kriminal-)Roman, was nicht verwunderlich ist, denn ich bin im Hauptberuf Kriminalbeamtin. In meinen beiden historischen Romanen habe ich die Zeit der aufkommenden Naturwissenschaften und damit die Kriminalistik am Ende des 19. und zu Beginn des 20. Jahrhunderts thematisiert. Mein dritter Roman ist eine (vorwiegend) humorvolle Geschichte aus dem Alltag eines Polizeibeamten; natürlich habe ich die Story mit dem einen oder anderen Erlebnis aus meiner Streifendienstzeit gewürzt
Darüber hinaus habe ich mit „Die Sonne der Götter/Schreibgeheimnisse“ einen Einblick in meine Schriftstellerwerkstatt und in mein neues Romanprojekt gegeben.„Baumgesicht“ (nach dem ich meinen Blog genannt habe) ist mein Debüt und enthält vorwiegend Poetisches.
Meine Romane erscheinen u. a. als Taschenbücher im Ullstein-Verlag. Wer neugierig ist, kann hier schauen und reinlesen: www.nikola-hahn.com/buch.htm
Kunst und Kultur sind weitere Interessen von dir und deinem Mann. Was möchtest du dazu sagen?
Nicht nur das Gärtnern, auch Schreiben und Malen begleiten mich seit meiner Kindheit. Seltsamerweise hatte ich nie das Bedürfnis, eines dieser Hobbys zu meinem Hauptberuf zu machen. Ich zeichne und male abstrakt-gegenständliche Bilder, allerdings entstehen pro Jahr nur wenige neue Arbeiten. Ich interessierte mich aber immer schon für andere Menschen, die künstlerisch tätig sind, und durch meine zunehmende Bekanntheit als Autorin wenden sich auch Viele an mich. Ich kann aus Zeitgründen leider keine individuelle Hilfe anbieten, aber als mein Mann vor rund eineinhalb Jahren zusammen mit zwei Bekannten ein Café eröffnet hat, war eine Idee, dass wir dort „Genuss für alle Sinne“ anbieten wollten. Mein Mann und ich lieben gutes Essen und Trinken, Kunst und Kultur. So lag es nahe, dies im „Künstler-Café Mocca“, so der Name des Cafés, zu verbinden.
Ich moderiere dort einmal pro Monat ein Lesecafé mit Autoren aus der Region, und es gibt regelmäßig Ausstellungen mit Bildern und Objekten. Das eine oder andere Bild und Infos zu den Künstlern stelle ich dann auch in meinem Blog vor. Darüber hinaus gibt es eine Info-Seite übers Künstler-Café auf meiner Website: www.nikola-hahn.com/CafeMocca.htm
Welche Blogs liest du regelmässig?
Ich stöbere – was sicherlich nicht verwundert – besonders gern in fremden Gartenwelten. Eine Zusammenstellung von interessanten Blogs habe ich als Linkliste auf meiner Website eingestellt: www.nikola-hahn.com/linkGarten.htm
Betreibst du auch noch andere Blogs?
Nein, nur meine Website, die ich selbst gestalte und immer weiter ausbaue.
Was können wir in Zukunft von dir und deinem Blog erwarten?
Natürlich weiterhin jede Menge fotografische „Nachrichten aus meinem Garten“; ab und an etwas Kulinarisches (aus dem eigenen Garten oder als Linktipp), und, nicht zu vergessen: die Schriftstellerei. Auch wenn mein „Autoren-Ich“ im Blog derzeit etwas Sendepause hat, will ich es doch bei Gelegenheit wiedererwecken.
Möchtest du noch ein Schlusswort anhängen?
Ich bin immer wieder erstaunt, wie sehr die Besucher meines Blogs sich über meine Gartenrundgänge freuen. Dass es gerade die kleinen Dinge sind, die berühren, und dass es mir gelingt, die Atmosphäre meines Gartens anderen zu vermitteln, freut mich sehr.
Link: baumgesicht.blog.de



Mai 12th, 2008 at 13:05:17
[…] pflanzenfahre mit 50%-80% Pflanzenöl je nach Aussentemperatur - wenn ich demnächst den Wagen mit Vorwärmung ausrüste sogar zu 100% mit Pflanzenöl. Da muss man nichts chem. zufügen damit es in einem Diesel funktioniert. Leistung bleibt bei Pflanzenöl (Pöl) gleich bzw. im unteren Drehzahlbereich ist sogar mehr Power da. Biodiesel hat sowieso einen gravierenden Nachteil - er macht das Auto kaputt. In Biodiesel sind Alkohole enthalten - diese zerstören die Dichtungen im Motor indem sie die Weichmacher rauslösen. In reinem Pflanzenöl gibt es diese Alkohole nicht. Im Gegenteil - mit Pöl löst man die Verbrennungsrückstände vom Diesel im Motor. Es gibt mittlerweile zwar PKW’s mit biodieselfesten Dichtungen bzw. es gibt auch Dichtsätze zum nachrüsten, aber es gibt keinen Einspritzpumpenhersteller der zulässt das seine Pumpen mit Biodiesel betrieben werden. VW z.B. gibt alle Diesel ab BJ.1996 für Biodiesel frei (neuere nicht mehr) - Bosch aber, von denen die Einspritzpumpen sind, verweigert jede Garantie beim Gebrauch von Biodiesel - bei Pöl bleibt die Garantie, landwirtschaftl. Maschinen fahren teilweise sogar ausschliesslich mit Pöl. Die Pumpen sind durchschnittlich nach ca. 30TKM im Eimer bei Biodiesel. Wenn man ständig zwischen Biodiesel und normalen Diesel wechselt sogar schneller laut einigen Berichten. Die Rep. liegt dann bei deutl. über 1000 • • • • […]
Mai 12th, 2008 at 19:44:00
Hey, bin durch Zufall auf Euren Blog gekommen. Muss schon sagen, dass es echt cool ist, wie Inhaltlich viel Ihr schreibt.
Auch zeigt das rege Interesse der User an Eurem blog wie gut er besucht ist.
Alles gute aus Dortmund.
Weiter so lg der Hossi