Archive for August, 2008

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Freitag, August 15th, 2008

Hallo Robert, schön, dass du dir Zeit für uns nimmst. Vielleicht möchtest du dich, für alle Leser die dich noch nicht kennen kurz vorstellen?

Ohne bei meiner Geburt in Ex-Jugo anzufangen? Bin mit 41 immer noch begeisterter Internetfreak, nutze mein Blog Basic Thinking als Kontakt- und Austauschplattform mit der virtuellen Außenwelt, bin selbständig und habe zwei Kinder, die noch zur Schule gehen (noch ist gut, das dauert noch noch:) Das sind schon die wichtigsten Eckdaten. Schlafe gerne, lese gerne, spiele gerne (auch mit meinen Kindern:), interessiere mich für die Zukunft, ärgere mich über die verdorbenen Mächtigen dieser Welt, versuche aber im Großen und Ganzen im Einklang mit dem Guten und dem Schlechtem zu leben. Nein, bin kein Buddhist. Eher Nerdist oder Internetist. Oder vielmehr Menschist. Ach, egal…

Die Frage welche Blogs du liest kann ich mir sicher sparen, da es wohleinige sind, aber welches sind deine 3 favourite Blogs?

Das ist immer das Blog, das mich gerade jetzt mit einem Artikel zum Nachdenken gebracht hat. Das gelingt einem Blog alleine niemals auf Dauer, also wechselt das.

Was wird deiner Meinung nach der nächste große “Milestone” im Internet sein?

Wenn das Internet hauptsächlich nicht mehr über diese riesigen Plastik/Metallkisten und einem gigantischen Monitor mit unverständlicher Software bedient und genutzt wird.

Glaubst du neue Formen der Arbeit, wie du sie ja betreibst, werden in Zukunft breitere Bevölkerungsschichten erreichen? Und inwiefern ist das Internet daran beteiligt?

An neue Formen der Arbeit? Arbeit leitet sich aus Arbeitsteilung im Smithschen Sinne ab und unmittelbar damit ist wirtschaftliches Denken auf Vermehrung des Reichtums des Einzelnen zu nennen, das  zZt nahezu alle Kulturen dominiert. Damit hängt auch die Bedeutung des Einzelnen zusammen, der entsprechend seinem Wohlstand aber auch öffentlicher Wahrnehmung einen bestimmten sozialen Status einnimmt. Das Streben nach sozialem Status ist untrennbar mit unserem menschlichem Ego verbunden, nicht aber der Weg über “Arbeit” dahin. Dementsprechend wäre eine andere Form der Arbeit als Aternative zu betrachten, wenn man deren Inhalt daran bemisst und bewertet, wie sehr sie zum dauerhaften Wohle aller beiträgt und nicht zum Wohle eines Einzelnen oder weniger Personen oder auch nur den Personen, die in einem territorialen Gebiet ansässig sind (das fängt nicht unbedingt beim Bankkonto an, sondern beginnt mental bei der Wertschätzung, geht über Rechtssysteme bis hin zu anderen monetären Entlohnungssystemen).

Das Internet kann insofern dazu beitragen, dass eine neue Form der Wissenskultur aufklärerisch wirkt, wozu es aber dazugehört, dass mehr Menschen mit Hilfe des Internets sich austauschen können, sprich, sie benötigen Access zum Netz. Sie benötigen auch eine Vorstellung, wozu man wohinarbeiten sollte.

Ja, Stichworte wie Open Culture, Open Access, Open Communication, Open Innovation sind daher nicht nur bloße Worthülsen für mich. Das vorzuleben fällt aber immens schwer, da man teils gegen den Strom schwimmen muss (was wenig bringt, sich entgegenzustemmen, also muss man Kanäle bauen), teils auch gar in rechtliche Konflikte kommen würde, wenn man es puristisch denken und umsetzen täte. Zudem erwarten bestimmte Kulturen ein hohes Maß an sozial normierter Privatsphäre. Eingefahrene und akzeptierte Gebräuche sind demnach nicht nur en Randproblem, sondern sie bedingen das komplette Zusammenleben und wirken ungemein stark wie auch hemmend gegen neue Strömungen.

Wie wird sich Werbung im Internet entwickeln?

Schwer zu sagen, wie sich die Informationssysteme entwickeln werden. Nimmt man gedanklich an, dass sich das Netz ähnlich wie der Kapitalmarkt zu einem quasi (!) vollkommenen Informationsmarkt entwickelt, müsste man annehmen, dass Werbung eine schwächere Rolle als Sender im Sinne von Push spielen wird. Denn der eigentliche Empfänger kann im Rahmen eines quasi vollkommenen Informationssystems in Sekundenbruchteilen erfahren, wo es das gibt, was er sucht. Werbung wirkt ja nahezu genau umgekehrt, man sendet Informationen zum Empfänger. Pushende Werbung wird abnehmen, möglicherweise. Werbung selbst wird es immer geben, man denke nur alleine an die Form, wie ich ein Produkt präsentiere. Auch das ist Werbung in einer bestimmten Ausprägung, eben nicht sendend und hinholend, sondern in dem Falle abholend.

Wäre jetzt, eine gute Idee vorausgesetzt, ein guter Zeitpunkt um ein Webstartup zu gründen?

Solange kein Atomkrieg oder Krieg per se herrscht, gibt und gab es nie eine schlechte Zeit für gute Ideen meiner Meinung nach. Wirtschaft entwickelt sich in mehrschichtigen Zyklen. Wenn man eine Idee bis zur Etablierung vom Zeitraum her betrachtet, wird man sich unweigerlich mit den unterschiedlichen Ausprägungen dieser Zyklen, den Auf und Abs, mitbewegen.

Nun noch ein paar Fragen die dich als Person betreffen ;) . Welches Getränk favorisierst du beim Arbeiten?

Cola, leider, macht fett, aber glücklich

Snacks?

Hu hom hu hom… nicht so häufig, wenn dann eher ein Eis, ein Tortenstückchen oder eine gute Schocki!

Was interessiert dich Privat außer dem Internet? (Hobbys?)

Lesen ohne Ende!

Wenn du einen Wunsch frei hättest, wie würde dieser aussehen?

Der eine Wunsch wird auf immer unerfüllbar bleiben: Das ein Mensch den anderen nicht killt oder ihn zwingt, etwas zu tun, was er nicht will. Der erfüllbare Wunsch ist weitaus einfacher: Die Abschaffung von Nationen bzw. dem territorialem Denken als Grundlage für das Entziehen von Kriegserklärungen:)

Die aktuelle Lage im Kaukasus zeigt deutlich, welche Spannungen zwische n West und Ost existieren. Wie beurteilst du die Lage?

Krieg ist Krieg, was gibt es daran schon zu beurteilen? Jeder Mensch, der an einem Krieg proaktiv teilnimmt,  um politische und staatliche Interessen im Allgemeinen durchzusetzen, ist schlichtweg ein Verbrecher und gehört in den Knast, um die Menschheit vor diesem Abschaum zu schützen. Dummerweise haben wir nicht Gefängnisse und leider sind wir noch nicht soweit, solche Menschen zu brandmarken. Daher wird es wie immer sein: Man wird die Toten beklagen, man wird sich einigen und die Geschichte wird das Jahr des kurzen Krieges notieren. Mehr wird nicht passieren. Wie immer, human business as usual.

Soo… Nun will ich dich nicht länger vom Bloggen abhalten ;) Vielen Dank für das nette Interview Robert.

BlogWave.de

Donnerstag, August 14th, 2008

Hallo Markus, vieleicht kurz ein paar Worte zu deiner Person?

Mein Name ist Markus Horowski, Baujahr 82, ITSE, Programmierer und Pilot
aus dem schönen Schloß Holte. Ich habe mich im Jahr 2003 offiziell im
Bereich Webapplikationen selbständig gemacht und führe mein Unternehmen
neben meinem Hauptberuf als ITSE weiter. Des Weiteren absolviere ich
momentan eine Ausbildung zum Fluglehrer, sodass dem Dritten Standbein
bald nichts mehr im Wege steht ^^.

Wie lange Blogst du schon und wie bist du dazu gekommen?

Ich blogge noch gar nicht so lange. Mein erstes Blog war mein
Unternehmensblog, welches heute noch existiert. Das Archiv darauf sagt
mir, dass der erste Beitrag im Januar 2007 geschrieben wurde. Gekommen
bin ich dazu durch meine Kunden. Die haben mich auf die Möglichkeit zu
bloggen und so die Kundschaft up-2-date zu halten hingewiesen. Der Kunde
ist König, also habe ich mit dem bloggen begonnen :)
Viele Blogs beschäftigen sich mit dem Web (2.0), was unterscheidet dich
von anderen?
Eigentlich nicht viel. Ich beschäftige mich nicht nur mit dem Web 2.0,
sondern streue hier und da auch mal Witziges oder Interessantes aus
einer ganz anderen Sparte ein. Mein Blog zeichnet sich sicher dadurch
aus, dass ich kein Blatt vor den Mund nehme und jeden Beitrag mit meinem
eigenen Senf würze. Diese sachliche Berichterstattung und das Reiten
irgendwelcher Möchtegern-Startup-CEOs auf hohen Rössern ging mir auf gut
deutsch gesagt zu sehr auf den Sack. Also wollte ich mal etwas Wind in
die “Szene” bringen. Ich hoffe, dass das gelingt…

Wo siehst du das Web in 15 Jahren?

Ich denke, dass früher oder später der Informationsaustausch ausschließlich im Web bzw. übers Web erfolgt. Auch hausintern wird es demnächst sicher keine eigenen Netzwerke mehr geben, da es nicht zuletzt aufgrund des IPv6 Standards mehr zu vernetzen geben wird und die Kapazitäten stets steigen werden. Online Anbieter werden den eigenen Server ersetzen. In 15 Jahren werde ich meine Blumen vermutlich mit dem Computer gießen während mein virtueller Hund darüber bloggt :)

Welche Blogs liest du regelmäßig?

Keine bestimmten. Ich lese sogar meine eigenen Blogs. Als ich in diesem Jahr meine Flugausbildung gemacht habe, habe ich jeden Schritt darüber im Blog ultraleicht-pilot.de dokumentiert. Oft erwische ich mich dabei, dass ich diese Aufzeichnungen von Anfang an erneut lese. Das habe ich bestimmt schon drei bis vier mal gemacht. Ansonsten lese ich halt die üblichen Blogs in der Szene. Ich wollte die jetzt nicht alle auflisten, sind nämlich nicht wenige :)

Wie schätzt du die aktuelle Situation im Kaukasus ein?

Schlecht.

Deine Botschaft ans Volk?

BlogWave.de lesen :)

Vielen Dank für das tolle Interview =)