Archive for the ‘Beruf’ Category

Tour-Blog – Ein Interview mit Markus dem Tourblogger

Sonntag, Juli 11th, 2010

1.Für unsere werten Bloggersdorf – Bewohner stell dich doch bitte einmal kurz vor.
Moin, ich bin Markus, der Tourblogger und ich schreibe von allem, was ich als Veranstaltungstechniker auf Tourneen und Industriejobs erlebe – und von allem, was sonst so um mich herum geschieht.

2.Wie bist du auf die Idee gekommen, das „tour – blog“ zu eröffnen?
Die Idee hatte ich gar nicht selbst. Meine Tochter und mein Freund Dirk [http://www.hdschellnack.de] waren der Meinung, daß sie unbedingt mehr von mir erfahren müssen, wenn ich unterwegs bin und sie bedrängten mich monatelang, doch endlich mal mit der Bloggerei anzufangen. Widerwillig gab ich dann irgendwann nach und mittlerweile blogge ich über vier Jahre und habe großen Spaß damit.

3.Führst du noch andere Blogs?
Nein, ein Blog reicht doch auch locker, oder ?

4.Du hast auf „Tour Blog“ eine Seite, die heißt „Wunschzettel“. Was war das Skurrilste, dass du jemals von einem Leser geschenkt bekommen hast?
Skurril…… meine Leser haben mir tatsächlich schon eine Menge geschenkt und da freue ich mich immer sehr drüber. Neben Büchern und CDs, da gibt es ja genug Anregung in meinem Wunschzettel, gab es beispielsweise im letzten Advent, daß ich im Blog darüber schrieb, daß mir auf Tour schon ein wenig die selbstgemachten Weihnachtsplätzchen fehlen. Prompt kam ein paar Tage später in Stuttgart ein Leser mit einer großen Blechdose voll mit liebevoll gebackenen Plätzchen in der Halle vorbei. Sowas finde ich richtig toll.

5.Was war dein größter, revolutionärster Gedanke?
Hupps. Ich halte mich nicht für revolutionär. Nein. Ich bin glaube ich recht normal und bodenständig. Eigentlich fast langweilig.

6.Verdienst du Geld mit deinem Blog, oder hast du noch einen anderen Beruf?
Haha. Nein, mit dem Blog verdiene ich kein Geld, es kostet mich was. Ich habe keinerlei Werbung im Blog, auch Links auf andere Seiten (wenn ich mal Bücher oder CDs bespreche) setze ich (für mich selbstverständlich) ohne Bezahlung. Statt dessen kostet mich der Server jeden Monat etwas. Das ist aber ok, denn es ist ja gewissermaßen eines meiner Hobbies.

7.Welchen Ort auf der Erde würdest du gern besuchen?
Orte finde ich gar nicht soooo wichtig, es sind die Menschen, die für mich zählen. Ich habe schon länger meine Freunde in Israel nicht mehr gesehen und auch einen Onkel, der in Brasilien lebt, sah ich lange nicht mehr. Die würde ich gern mal wieder besuchen. Und wenn ich jetzt länger darüber nachdenke, würde ich tatsächlich vielleicht mal eine Motorradtour quer durch Australien machen.
Und es gibt noch einen Ort, den ich gern besuchte: seit meiner Kindheit würde ich sehr gern mal auf den Mond fliegen und dann ein Autorennen mit einem der Mondautos machen. Das wäre tatsächlich ein großer Traum.

8.Was würdest du dir in Zukunft von anderen Blogbetreibern wünschen?
Die Blogszene hat sich in den letzten Jahren sehr verändert. In vielen Blogs sind die Blogrolls verschwunden, es wird weniger untereinander verlinkt, vor ein paar Tagen erlebte ich, daß sogar Track- und Pingbacks abgeschaltet waren. Das finde ich schade, denn eben dieses Miteinander hat Blogs erst groß gemacht.

9.Welchen Blogbetreiber würdest du gerne als nächstes bei Bloggersdorf im Interview sehen?
Eines der Blogs, die ich mit am liebsten lese, ist das der Nachtschwester [http://nachtaktiv.twoday.net/]. Sie schreibt viel zu selten, aber wenn sie dann mal schreibt, dann ist es immer wirklich sehr gut.

10.Welche drei Fragen hättest du gerne von dem Blogbetreiber beantwortet?
Mir reicht das, was sie von sich erzählt. Ich lasse mich lieber überraschen.

11.Irgendwelche letzten Worte?
Twitter und Facebook verdrängen viele Blogs leider. Ich finde das sehr schade, denn diese beiden Formate haben natürlich ihre Berechtigung, sind aber in ihrer Struktur doch sehr beschränkt. Ich könnte meine Geschichten nie in 140 Zeichen pressen. Darum geht aus Euch hinaus, Leute, und nehmt Euch die Zeit für längere Gedanken. Schreibt wieder mehr Blogs.

nicoleborheier.blogspot.com

Sonntag, Mai 17th, 2009

Hallo Nicole, schön, dass wir Dich ein zweites Mal im Bloggersdorf begrüßen dürfen. Dein Blog fällt eher in die Kategorie „Berufsblog“. Erklär doch bitte unseren Dorfbewohnern noch einmal kurz, worum es sich bei Deinem Blog handelt.
Ich bin Reikilehrerin und praktiziere zudem Pranic Healing, eine Technik, die mit Reiki verwandt ist, aber aus Indien stammt. Zudem arbeite ich mit Engeln und bin Medium, das heißt: ich kann gestorbene Leute wahrnehmen und mit ihnen reden. Damit kann ich z.B. Klienten helfen, die mit gestorbenen Verwandten noch Dinge zu klären haben (Missbrauch o.ä.) oder Eltern, die Kinder verloren haben. Zudem bin ich gerade in der Ausbildung zur Heilpraktikerin und berichte auch darüber.

Aus gegebenem Anlass haben wir ein sehr interessantes Thema zu bereden. Du hast kürzlich die erste Barfußschule eröffnet. Erklär doch bitte kurz, was wir uns darunter vorstellen können.
Ich möchte Menschen das Barfußlaufen wieder nahebringen.  Es ist unsere natürliche Fortbewegungsart, es stärkt das Immunsystem und  die Skelettmuskeln, hilft gegen Rückenbeschwerden, baut Stress ab und es macht einfach Spaß.

Wie kam es zu der Idee dieser Barfußschule?
Ich laufe seit vielen Jahren barfuß und stelle jeden Sommer fest, dass die Leute verblüfft darüber sind. Selbst an heißen Tagen kommt die Frage “Ist Ihnen das nicht zu kalt?” Daran habe ich gesehen, wie weit weg das Barfußgehen für die meisten Menschen ist. Deswegen gebe ich Kurse mit ebenso viel Unterhaltung wie Information, damit die Leute merken: es macht wirklich Spaß!

Aus welchen Gründen sollte ich in Zukunft Sonntags morgens Barfuß zum Bäcker schlendern?

Es entspannt, es verankert in der Gegenwart, es gibt unendlich viele interessante Eindrücke, selbst auf  einem Weg von nur zehn Minuten. Gehwegplatten, Asphalt, Sandweg, der Fliesenboden beim Bäcker, das eine warm, das andere kühl – die Füße freuen sich über Abwechslung und frische Luft.

Ich muss ehrlich gestehen, ich bin bei alternativmedizinischen Heilungsverfahren kein Fachmann. Nun habe ich gesehen, dass Du auch „Reikimeisterin“ bist. Wie kann ich mir Reiki vorstellen?
Die fernöstliche Gesundheitslehre geht davon aus, dass wir neben unserem festen Körper noch einen Energiekörper haben, der den festen umhüllt. Alles, was unseren festen Körper stört – Krankheiten, Stress, Ängste, Verletzungen – stört zuerst den Energiekörper. Das ist wie wenn eine Autobatterie schwächelt. Der Reiki- oder Prana-Anwender gibt einen “Energieschubs”, der die Selbstheilungskräfte des Klienten wieder aktiviert.Das tut er über den Energiekörper, der damit wiederum den festen Körper positiv beeinflusst.

Gibt es Deinerseits Blogs, die Du unseren Nutzern empfehlen würdest?
Wer besondere Fotos mag: 365-fotos.de, eine Art Tagebuch des wunderbaren Fotografen  Norbert Bach. Dazu passt gut Zabors Fotoblog spiegelglanz.blogspot.com, sie ist mit ihrem Hund Emma viel in der Natur unterwegs und hat einen Blick für besondere Details.
Dann schaue ich jeden Morgen bei Uli Stein ins Notizbuch: ulistein.de Das brauche ich dringend zu meinem zweiten Morgenkaffee, sonst ist der Tag “nicht richtig”.
Außerdem schaue ich täglich bei Frau … äh … Mutti rein: frau-mutti.de und für Interessantes und oft auch Skurriles beim Undertaker Tom: bestatterweblog.de
Es gibt noch viele mehr, aber die lassen sich hier einfach nicht alle aufführen.

Hier ist Platz für letzte Worte Deinerseits.
Ich mag den Satz von Vicky Lansky: What I do today is important – I’m exchanging one day of my life for it!

Nicole, vielen Dank für das Interview und weiterhin viel Erfolg mit Deinen Projekten.

Link: nicoleborheier.blogspot.com

millus.kulando.de

Mittwoch, Mai 6th, 2009

Hallo Miguel, ich heiße Dich herzlich Willkommen im schönen Bloggersdorf. Da Du das erste Mal zu Besuch bist, stell doch bitte den Dorfbewohnern zunächst einmal Deinen Blog millus.kulando.de vor.
Meinen Millus Blog gibt es schon einige Jahre und wird auf einer kostenlosen Blogplattform gehostet. Ich schreibe über die Themen, die mich persönlich interessieren, doch in den letzten Jahren hat der Blog einen Schwerpunkt in den Themen „Blog optimieren“ und „Filmtrailer“. Zwei Themen, die mir sehr am Herzen liegen.

Du scheinst mit Deinem millus.kulando.de sehr aktiv zu sein. Wie viele Leser erreichst Du denn mittlerweile durchschnittlich mit Deinem Blog?
Der Durchschnitt liegt im Moment bei 3000 Unique Visitors am Tag. Aber es gibt Tage, da sind über 6000 Leute auf Millus. Im Monat sind es 100 000 Unique Visitors. Letzten Monat habe ich die 1 Million Marke überschritten. Vor 3 Jahren hatte ich ca. 100 Besucher pro Tag. Es lohnt sich also Geduld zu haben und fleißig am eigenen Blog zu arbeiten.

Wenn Du nicht gerade Posts veröffentlichst, verbringst Du Deine Zeit mit dem Zeichnen von Illustrationen sowie Comics und hast an hast in diesen Bereichen schon einiges vorzuweisen. Vielleicht kannst Du unseren Lesern einen kurzen Einblick in Deine tägliche Deine Arbeit vermitteln?
In erster Linie arbeite ich als Illustrator und Autor. Ich produziere Comics und Illustrationen, Logos und Weblayouts. Z.B. habe ich für SPICKMICH Logos und Illustrationen gemacht, für RTL und ENDEMOL Designs gemacht und Musikvideos wie z.B. für Sabrina Setlur realisiert. Nebenbei arbeite ich auch als Berater für Print und Webprojekte. Ich habe mit 15 Jahren angefangen kreativ zu sein und Geschäfte zu machen. Erfahrung hat sich angesammelt, die jetzt oft gefragt ist. Mein Tag ist sehr routiniert, ich stehe gegen 10 auf, checke meine Emails und betätige Telefongespräche, blogge meistens einen oder zwei Beiträge, danach gehe ich Sport machen. Mittagessen folgt, dann geht es wieder an den Rechner oder ans Zeichnen. Bis spät Abends. Abendbrot, wieder Sport und wieder Rechnerarbeit bis es so gegen 2 Uhr ist. Dann schaue ich einen Film oder schlafe direkt ein.
Die Thematik Deiner Beiträge hat mir bei der Recherche sehr zugesagt. Du scheinst ein ebenso großer Filmfan zu sein wie ich, daher würde ich dieses Thema gern vertiefen. Welches Genre sagt Dir denn am meisten zu?
Wahrscheinlich werden sich viele wundern, aber ich liebe gute Dramen und Liebesfilme. Filme, die mein Herz berühren und mich zum Weinen bringen. Wenn mich ein Film zum Weinen bringt, dann ist das mein Qualitätsurteil. Ich bin großer Brad Pitt und Vin Diesel Fan, PITCH BLACK und LEGENDEN DER LEIDENSCHAFT habe ich mir schon unzählige Male angesehen.
Welchen Film sollte man momentan unbedingt im Kino gucken und warum?
Ich bin nicht so der Kinogänger. Aber ich denke Blockbuster wie WOLVERINE, TRANSFORMERS oder Animationsfilme wie MONSTERS vs. ALIENS kommen im Kino viel besser. Ich habe letztens CHANGELING mit Angelina Jolie in der Hauptrolle gesehen. Hat mir sehr gut gefallen und es lohnt sich diesen Film im Kino zu sehen. Morgen gehe ich WOLVERINE im Kino sehen, bin gespannt was mich erwartet, denn als Comiczeichner/Leser und Filmfan bin ich absoluter Wolverine Fan…

Du hast kürzlich Andrew Keens Buch „Die Stunde der Stümper“ vorgestellt. Keen geht in seiner ironischen Art durchaus kritisch mit der Entwicklung des web 2.0 und der Entwicklung des Bloggens bezüglich Kulturverlust um. Wie stehst Du zu diesem Thema?
Wir leben in einer Welt, wo sich alle Kulturen vermischen. Das Internet, das Bloggen und das Web ist ein Medium und eine Kommunikationsform. Wir benutzen sie, wie ein Telefon oder einen Fernseher. Das Telefon hat das Leben verändert, aber keine Kultur zerstört. Mit technischen Entwicklungen und neuen Entdeckungen ändert  sich der Mensch. Es gibt immer negative oder positive Aspekte. Ein Werkzeug zu verdammen oder die Schuld für etwas zu geben ist leicht, aber es liegt am Ende beim Menschen selbst. Der Mensch, der User, trägt allein die Verantwortung für sein Handeln und Denken. Natürlich kann das Web 2.0 die Menschen in ihrem Denken und Handeln manipulieren. Ich sehe das Web 2.0 als eine neue Möglichkeit  und Umgebung an, um sich als Mensch, Geschäftsmann und Konsument zu entwickeln. Leider kontrollieren immer mehr Firmen das Internet und alles endet gerade in einer Geldmacherei.  Das Internet wird ein elektronisches Abbild der reellen Welt.  Das Bloggen wird auch immer mehr zum Geschäft und von Firmen jetzt benutzt, um Produkte zu vermarkten und zu verkaufen.  Blogs sind keine Tagebücher mehr, sie sind zu Werbeflächen und Marketinginstrumente geworden. Aber diese Entwicklung geschieht  in allen Bereichen der Welt. Im Sport, in der Kunst, in der Filmbranche und auch im Web 2.0.
Denkst Du, dass Blogs langfristig eine ernst zu nehmende Konkurrenz für die tagesaktuelle Presse werden?
Ich denke nicht. Private Blogs haben selten großes Kapital, um sich auszubreiten und um sich zu vermarkten. Und wenn ein privater Blog eine große Leserschaft erreicht, dann wird dieser Blog von irgendeiner Firma gekauft oder blockiert. Es gibt viele legale Wege die unabhängige Konkurrenz aus dem Weg zu räumen. Und viele Zeitungen und Medienhäuser werden ihre Monopolstellungen nicht aufgeben wollen. Und Blogger sind sehr käuflich.
Gibt es momentan Blogs, die Du unseren Nutzern empfehlen würdest?
Ich lese sehr gerne den Kanye West Blog und neue Blogs wie Bloxxo.de oder Blogjack.de besuche ich in letzter Zeit oft,  denn in diesen Blogs sehe ich eine starke Motivation der Blogger und es macht Spaß bei der Entwicklung dieser Blogs zuzusehen. Wenn Bloxxo so weitermacht, kann der junge Andy in paar Jahren der neue Robert Basic werden.  Bei Any any.pscht.com/blog lese ich immer mit. Und natürlich schaue ich regelmäßig bei Bloggersdorf vorbei.
Abschließende Worte Deinerseits?
Vor einigen Tagen habe ich meinen neuen Blog www.BLOGTIPPS.org gestartet und würde mich über Besucher und Feedback freuen.  Ich bedanke für die Interviewanfrage und wünsche jeden Leser und Blogger das Beste und viel Erfolg.

Vielen Dank für das Interview und weiterhin alles Gute für Deinen Blog.

Link: millus.kulando.de

wieichreichwurde.blogspot.com

Sonntag, März 15th, 2009

Hallo Cornelius, es freut mich, dass auch Du uns zum zweiten Mal in unserem schönen Bloggersdorf besuchst. Erzähl doch mal, wie ist es Deinem Blog seit unserem ersten Interview vor ca. einem Jahr ergangen?
Ich bin ja ein schweinefauler Blogger, wenngleich ich Ausreden parat hätte ( z.B. meine dreimonatige Fernreise im letzten Herbst). So liegen zwischen einzelnen Posts manchmal mehrere Tage oder gar Wochen. Trotzdem wächst die Leserschaft beständig und mit etwas mehr Aufwand war ich im Januar ein paar Male ganz nah an 400 Besuchern pro Tag.
Tatsächlich hat mein Blog inhaltlich eine spürbare Veränderung durchgemacht. Nicht mehr ich, mein Geld und mein Business stehen im Fokus, sondern Einwürfe zum Tagesgeschehen aus Politik und Gesellschaft. Meist greife ich Missstände auf und seziere sie zynisch oder pöbel ein wenig über Auswüchse von Gier. Der Blogtitel ist nun etwas irreführend, aber vielleicht schwenke ich irgendwann mal wieder in die ursprüngliche Richtung.

Dem Klischee nach zieht Reichtum bekanntlich zum einen Neider und Nutznießer, zum anderen Nachahmer an. Wie viele Leser verfolgen Deinen Blog denn mittlerweile regelmäßig?
Da kann ich aufgrund meines Billig-Blog-Tools gar keine Auswertung zu erheben. Einige Kommentatoren sind aber schon lange und immer wieder dabei. Viel spannender ist für mich aber die Frage wer sich auf meinen Blog verirrt (Googleanalytics sei Dank).
Da sind einmal meine Diss-Opfer wie Unternehmen, Banken, Agenturen, die SPD, aber auch immer öfter Verlagshäuser und TV-Sender – warum auch immer. Ich gebe zu ein wenig streichelt das mein Ego.
Noch amüsanter finde ich aber die Google-Suchbegriffe mit denen Leute zu mir kommen. Persönlichkeiten wie Ackermann, Madoff, Ronaldo und Merckle brachten mir einige Leser. Für glorreich halte ich meine Top Google-Platzierung für den Begriff “SPD abwärts”, aber bei “angelschein unter der Hand”, “Bilder scheißende Weiber” oder “Stadion Wurstpreis” kann ich nicht im Ansatz erahnen, warum Google die zu mir schickt.
Zum Anfang deiner Frage: Ich werde eigentlich recht selten behelligt von direkten Anfragen oder Beleidigungen. In den ersten Tagen meines Blogs, wo es noch vornehmlich um meinen Geschäftserfolg ging war das anders. Da schickten mir fremde Frauen tatsächlich ungefragt bebliderte Flirtanzeigen und andere Menschen meinten sie würden sich jetzt auch neu orientieren. Das wurde mir doch ein wenig zu heikel und persönlich, ich bin kein Guru oder Sektenführer und möchte keine Verantwortung für mir fremde Menschen auf mich laden.

Du lieferst in Deinen Texten häufig Denkansätze mit potenziellen wirtschaftlichen  Lösungen für Unternehmen aber auch Privatpersonen. Was erhoffst Du Dir davon?
Ganz erhlich: NIX!. Dazu sind die wirtschaftlichen Denkansätze in Deutschland zu festgefahren. Andererseits gibt es doch immer mal Reaktionen. Zum einen die oben erwähnten Rechercheure der Unternehmen und Agenturen oder wie im Fall smava ein direkter Kontakt und Dialog.
Viel mehr reizt mich aber die Kommunikation mit Gleichgesinnten oder Diskussionsbereiten, soweit ist mein Blog aber nur selten. Aber ich habe über diesen Blog schon zwei Menschen rekrutiert, die immer noch und hochqualitativ mit mir zusammenarbeiten. Insofern streue ich meine Wellenlänge als Köder ins Web und angel mir die richtigen Leute oder Unternehmen.
Aber das ist natürlich alles Lüge, tief in mir schlummert die Sehnsucht nach der Weltherrschaft. Mein System mit lachenden Kühen und glücklichen Kindern und Bankern die mir Bio-Pizza servieren.

Cornelius, Du nimmst in deinem Blog selten ein Blatt vor den Mund, thematisierst Fehler und Probleme in Politik, Wirtschaft und zuletzt auch Religion. Beim Lesen, Deiner Denkansätze kam mir immer wieder Folgendes in den Sinn: Toller Ansatz, funktioniert aber aufgrund der Faktoren „Mensch“ und „Gier“ nicht. Deine Meinung?
Du hast Recht. Dennoch nehme ich mir die Freiheit Mißstände zu benennen und erhoffe mir zumindest ein zwei Menschen zum Umdenken anzuregen. Ich glaube tatsächlich an die Macht von vielen “Kleinen”. Außerdem sind viele meiner Denkansätze nicht einfach negative Kritik sondern zeigen auch Parallelmodelle und Möglichkeiten auf. Ich kann nicht in “das haben wir immer so gemacht”-Strukturen denken.

Seit den ersten Überlieferungen der Historie nimmt man immer wieder wahr, dass der Mensch sich selbst zerstört. Glaubst Du, dass ein Tag kommt, an dem die Welt dies endlich merkt und „alles gut wird“ ?
Du erwähntest Gier…die werden wir kaum ausmerzen können. Aber ich glaube, dass die Gattung Mensch in Agesicht von Krise und existentieller Bedrohung immer wieder zu unerwarteten Meisterleistungen, Wandel und Solidarität fähig ist. So geschehen mit der Abwahl Bushs, dem Fall der Berliner Mauer, die Entwicklung der BRD in den letzten 60 Jahren, dem wachsenden Bewusstsein für die Umwelt etc.
Der Mensch wird es nie freiwillig tun und sich immer der nächste sein. Wenn sein Überleben aber nur gewährleistet ist, in dem er andere mit einbezieht und sein Verhalten ändert – tut er es. Kamikaze ist nur in wenigen Hirnen verankert. Wobei wir aktuell das Gegenteil fundamentieren.

Du erwähntest im letzten Gespräch, dass Du auf „die Ausreizung der deutschen Sprache“ Wert lägest. Dies hast Du meiner Meinung nach sehr gut beibehalten, so dass Dein Blog sich toll lesen lässt. Wenn man im Allgemeinen Print-, TV- und Online-Medien beobachtet, so bekommt man häufig den Eindruck, diese Sprache würde verloren gehen bzw. regelmäßig „verstümmelt“. Wie stehst Du zu diesem Problem?
Aiso ich kannauch anners Digga. Sprache ist Kommunikation und die kann auch mal dreckiges Gepöbel oder ein Nasenbeinbruch sein. In meinem Blog will ich aber spielen mit allem was sich mein beschränktes Hirn an Möglichkeiten zulässt. Regeln setze ich mir dabei nicht, außer vlt. in der Vermeidung von Floskeln, Phrasen und Anglizismen.
Das “meine Konkurrenz” die Sprache so vernachlässigt erkenne ich. Bei den Verlagen liegt es ganz sicher an Sparmaßnahmen – weniger Zeit, weniger Redakteure. Einen Braten zaubert man auch nicht ohne Fleisch und mit nur zehn Minuten Zeitaufwand. Ganz schlimm sind Namensspiele, da krieg ich Würgereiz.
Das gute alte Fernsehen erlebt gerade seine letzten Zuckungen und muss sich dem Niveau der verbliebenen Zuschauer anpassen. Geistige Ergüsse würden nicht verstanden. Naja und die Online-Welt ist eben hektisch, schnell und jedermann. Mein Blog strotzt auch von Rechtschreibfehlern und Flüchtigkeitsfehlern. Aber ich bin ja auch keine Redaktion ;)

Du beschwörst, Dich trotz Geldmehrung  nicht einschlägig verändert zu haben. Ein Phänomen, das ich als „Otto-Normal-Bürger“ nur selten wahrnehme. Bist Du die Ausnahme, die in dem Falle die Regel bestätigt?
Ich glaube nicht. Ich kenne genug “Ausnahmen”. Eklig sind vor allem die kleinen Maden, die sich reich fühlen…neureiche Kleinhirne. Weiter oben gibt es durchaus moralisch korrekte Menschgebliebene. Allerdings erlaubt unsere Kultur keine zu großen Abstände auf dem Konto. Zumindest darf es nicht bekannt sein (Grund für meine Diskretion). Geld ist ein Tabuthema und sorgt für Klischees: Hartz 4ler sind Alkis und Reiche sind arrogante Schweine…
Diese Distanz sorgt natürlich für Isolation. Ich versuche die zu umgehen, in dem niemand genau weiß, wieviel ich wirklich habe. Ich gelte als versorgt – ein Status den aber auch ein “durchschnittlicher” Akademiker hat. Wer protzt hat sich für ein positives Standing in der Gesellschaft schon disqualifiziert. Anders sieht es natürlich mit Leuten aus die im Licht der Öffentlichkeit stehen müssen (Schauspieler, Sänger, Politiker etc.) deren fehlende Intimsphäre neide ich in keinster Weise.

Welche Blogs verfolgst Du regelmäßig und möchtest sie unseren Lesern empfehlen?
Ich bin ein lahmes Mitglied der Blogosphäre, aber den Weltenforscher und Kurz nachgedacht lese ich immer wieder, die liefern sozusagen meine Thematik nur in seriös. Frisch dabei aber vielversprechend finde ich auch Brian B. Ashes und die Werbeblogkade .

Zum Schluss ein Spiel: Ich das Stichwort, Du den Rest:
Demokratie

Romantischer Irrtum, aber System mit dem niedrigsten Leidensfaktor für die Bevölkerung. Der größte Haken daran, ist die die hirnbefreite Zone mit Wahlrecht, welche manch unverdiente Mehrheit schafft und Missgeburten, wie die NPD ermöglicht.

Kapitalismus
Geld ist kuschelig und zweckdienlich. Die Verteilung mehr als suboptimal. Als Grundsystem brauchbar, in seiner Übersteigerung aber kriminell, boshaft und mordend. Die Krise wird hoffentlich für etwas Flurbereinigung frei von Hysterie sorgen.

Hamburg
Wär ich hier nicht gebohren, wär ich zugezogen. In Deutschland, die einzig ernstzunehmende Metropole, die dennoch grün und gemütlich ist. Größtes Manko ist die fehlende Klimaerwärmung, der Wohnungsmarkt und der ernüchternde Fussball.

Auch Du hast natürlich abschließend die Möglichkeit, der Welt deine Weisheiten kurz und bündig mitzuteilen. Interesse?
Positiver Egoismus und Engagement für ein erfülltes Leben, sind der angenehmste Erfolgshebel.

Cornelius, ich danke Dir für das angenehme Interview und wünsche Dir weiterhin alles Gute beim verbalen Kampf gegen die Finsternis.
Link: wieichreichwurde.blogspot.com

Bestatterweblog.de

Freitag, Februar 13th, 2009

Hallo Tom, herzlich willkommen zurück im Bloggersdorf. Erzähl mir doch bitte zunächst einmal, was sich beim „Bestatterweblog“ seit unserem ersten Interview vor einem Jahr so getan hat.

Ich mache einfach weiter mein Ding, erzähle aus dem Leben und Berufsalltag eines Bestatters und versuche den Spagat zwischen Information und Unterhaltung. Seit dem letzten Interview hat sich das Weblog etabliert und es hat einen etwas größeren Bekanntheitsgrad erlangt.

Bei meinem letzten Besuch Deiner Seite schien es mir, als habest Du inzwischen einen breiten Leserstamm aufbauen können. Wie werden die Leute auf Deinen Blog aufmerksam?

Keine Ahnung, woher die Leute vom Weblog erfahren. Ich reise nicht durch die Blogosphäre und kommentiere in allen möglichen Weblogs, nur um meine Duftmarken zu hinterlassen. Mir ist bewußt, daß dieses gegenseitige Besuchen, Lesen, Kommentieren und Verlinken ein wichtiger Aspekt innerhalb der sogenannten Blogosphäre ist, aber mir fehlt dazu einfach die Zeit. Vielleicht würden noch mehr Leute kommen und lesen, wenn ich mehr unterwegs wäre.
So nehme ich an, daß es Mundpropaganda ist, die Leute aus den Blogrolls anderer Blogs von mir erfahren und einige Berichte in den Medien auch Interessenten anziehen.

Wie viele Besucher hast Du inzwischen durchschnittlich?

Ja, das ist ein Thema. Als ich im April 2007 angefangen habe, reichte noch ein ganz normaler Webauftritt, dann nahm die Besucherzahl derartig zu, daß ich einen Hoster mit mehr Service brauchte, wo ich dann im shared-hosting unterkam. Aber die Besucherzahl und die Zahl der Seitenaufrufe stieg weiterhin und es mußte ein eigener Server her. Aber der ist jetzt, Anfang 2009, auch schon wieder zu klein, sodaß wir derzeit auf eine größere Maschine umrüsten.
So im Schnitt komme ich auf etwas über 20.000 Besucher, aber an Spitzentagen sind es auch schon mal dreimal so viele. Und dann kommt eben derzeit leider nicht mehr jeder durch und viele sehen dann vorübergehend nur eine Fehlerseite, bis sich der Andrang wieder gelegt hat. Ich hoffe, daß das mit einem neuen Server besser wird.

Die Themen Tod und Bestattung, so scheint mir, sind auch heute für die Bevölkerung keine, über die die Familie beim Abendessen spricht. Denkst Du, dass der Erfolg Deines Blogs damit zusammenhängt, dass die Nutzer hier die Möglichkeit haben, sich zu informieren ohne „darüber sprechen zu müssen“?

Hm, ich sehe das etwas anders. Keiner spricht gerne über den eigenen Tod, niemand will gerne trauern. Aber über das Thema reden, ja, das tun wir doch alle. Wenn ein Bestatter in geselliger Runde seinen Beruf nennt, folgt zuerst Erschrockenheit, dann kommt die Neugierde und alle wollen etwas wissen. Ja, in der Situation in der man nicht selbst von Tod und Trauer betroffen ist, spricht man an und für sich sogar sehr locker und entspannt über das Thema.
Da das Thema aber in unserer Gesellschaft mit sehr vielen Tabus belegt ist, bietet das Bestatterweblog eben genau dafür Raum und Gelegenheit.

Du bist täglich mit dem Tod konfrontiert. Wie schaffst Du es, damit umzugehen und das was du tagtäglich erlebst zu verarbeiten?

Das Bestatterweblog dient mir dazu, eben diese Erlebnisse und Erinnerungen zu verarbeiten. Ich bin jemand, der Dinge sehr gut abarbeiten und auch lernen kann, wenn er darüber erzählt.

Du beschreibst in deinem Blog regelmäßig Erlebnisse Deines Arbeitsalltags. Hast Du jemals Probleme bekommen, wenn sich Menschen trotz Namensänderungen in Deinen Geschichten wiedererkannt haben?

Nein, noch nie. Ich verändere ja bekanntlich Namen und Orte, setze die Ereignisse in einen anderen zeitlichen Rahmen und verschmelze mehrere Erlebnisse oft zu einer Geschichte. Dadurch, daß ich anonym blogge, kommt keiner aus meinem tatsächlichen Umfeld darauf, daß er gemeint sein könnte.
Gebe ich Geschichten mal hier im Umfeld zum Besten, ist genau das Gegenteil ist der Fall. Wenn ich eine Figur total überzeichne, dann sagen die Menschen, daß sie genau so einen kennen. Berichte ich aber ganz normale, fast schon alltägliche Verhaltensweisen, höre ich oft, das sei ja nun unglaubwürdig.

Zwischendurch eine ganz bescheuerte Frage rein interessehalber: Magst Du Wrestling?

Ab und zu schaue ich das mal mit meinem Sohn, der das sehr gerne im Fernsehen anschauen mag. Ich war auch schon einmal in den USA auf einem Wrestling-Event. Aber im deutschen Fernsehen schaue ich mir das nicht so gerne an, weil ich die übertriebene Art der Kommentatoren für unerträglich halte.

In der Vergangenheit ist eine größere Anzahl an Medien auf Dein Weblog aufmerksam geworden. Stört Dich die mediale Aufmerksamkeit mit positiver oder negativer Berichterstattung?

Mir ist noch keine negative Berichterstattung untergekommen. Es stört mich aber nicht, wenn über das Weblog berichtet wird. Jedoch treibt es mich nicht in das Licht der Öffentlichkeit, ich mag gar nicht bekannt werden. Das bringt aber auch manchmal Probleme mit sich, wenn beispielsweise –wie neulich erst- ein öffentlich-rechtlicher TV-Sender mich gerne zu einer Sendung eingeladen hätte, ich aber wegen der Anonymität leider nicht zusagen konnte. Wäre gerne mal erster Klasse Bahn gefahren und hätte fürstlich übernachtet.

Wäre es rechtlich möglich, dass meine Asche in der Elbe verstreut wird ohne dass sich meine Nachkommen strafbar machen würden?

Schon. Meines Wissens ist es ohnehin nur eine Ordnungswidrigkeit, Totenasche nicht der Beisetzung auf einem Friedhof zuzuführen. Ich wüßte auch nicht, daß dafür ein Bußgeld fällig würde, wohl aber würde man Zwangsmaßnahmen zur Erlangung der Asche einsetzen. Wenn die Asche nun aber schon verstreut ist… Und eine Gewässerverunreinigung steht nicht zu befürchten, Asche ist rein mineralisch und steril.

Zum Abschluss ein Klassiker: Hast Du Angst vor dem Tod?

Nein, überhaupt nicht. Ganz ehrlich, nein. Was mich manchmal bewegt, sind natürlich der Wunsch, ohne Schmerzen sterben zu dürfen und ein wenig Wehmut, daß ich die Zukunft dann nicht mehr erleben kann, aber der Tod an sich schreckt mich nicht.

Tom, vielen Dank für deine Zeit und weiterhin alles Gute für Job und Blog.

Link: Bestatterweblog.de

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