Archive for the ‘Beruf’ Category

Rettungsdackelblog.de

Montag, Februar 25th, 2008

Sascha absolviert gerade seine Ausbildung zum Rettungsassistenten und berichtet im Rettungsdackelblog über seinen - oft schwierigen -  Arbeitsalltag.

Hallo Sascha, was erfährt man vom Rettungsdackel?

Sehr viel. Zum Beispiel alles rund um meine Ausbildung. Viel aus meinem Privatleben oder was sonst gerade so in meinem Kopf vorgeht. Ich versuche Tipps zu geben wie man am besten seine Ausbildung zum Rettungsassistent gestaltet, was man tun sollte und was man vermeiden sollte. Außerdem viel lustiges aus dem www.

Welche Kriterien sollte man erfüllen, wenn man Rettungssanitäter werden will?

Beim RS reicht die Vollendung des 17. Lebensjahres. Man sollte außerdem den Hauptschulabschluss haben. Das sind die gesetzlichen Anforderungen. Die persönlichen sollte man nicht außer acht lassen: man sollte belastbar sein, manchmal sollte man mit viel Elend klarkommen, man rennt manchmal gegen Windmühlen an und man sollte sich klar sein das man in diesem Job nicht reich wird. Im Gegenteil. Oftmals sind die Schichten sehr eintönig und monoton aber dann passiert es und man wird zu einem Einsatz gerufen der es in sich hat. Beim Rettungsassistent sind die gesetzliche Voraussetzungen ähnlich, was oftmals ein Problem ist. Aber das ist ein zu großes Thema um es in 8 Sätzen abzuhandeln.

Was war dein außergewöhnlichster Einsatz als Rettungsassistent?

Hm, gute Frage. Bewußtlose Person auf Friedhof? Oder 2 Geburten im Rettungswagen? Leider überwiegen die negativen Einsätze und die brennen sich meist im Kopf fest.

Welche Themen bewegen den Rettungsdackel sonst noch?

Im Moment mein Projekt Abnehmen, Berufspolitik im Rettungsdienst und Musik. Ich kann nicht ohne Musik leben. Ich bin absoluter Konzertliebhaber.

Welche Blogs liest du regelmäßig?

Da gibt es viele, z.B. den Fernfahrerblog, den Kopfsalatblog, den Kopfschüttelblog, den Shopblogger und sehr viele Rettungsdienstblogs. Einfach mal in meine Blogroll schauen.

Betreibst du noch andere Blogs?

Nein einer reicht ja. Ist schon genug Arbeit…

Was können wir in Zukunft von dir und deinem Blog erwarten?

Im Juli habe ich mein Staatsexamen, Im August folgt ein Umzug in ein anderes Bundesland. Ich absolviere dann mein praktisches Jahr auf einer Rettungswache. Ich werde dann wieder vom täglichen Wahnsinn von der Straße berichten können.

Irgendwelche letzten Worte?

Mit den Worten von Dieter Nuhr: „Demokratie heißt, dass jeder was sagen darf aber wenn man nichts zu sagen hat einfach mal die Fresse halten“
Oder die letzten Worte des Rettungssanitäter: „Natürlich halte ich die Paddels wenn du den Defibrillator testest“.

Dankeschön Sascha.

Link: www.rettungsdackelblog.de

Richtigstellung: Frage Nummer 3 wurde angepasst. Ursprünglich fragte ich fälschlicherweise nach Sascha’s aussergewöhnlichstem Einsatz als Rettungssanitäter. Sascha ist jedoch Rettungsassistent.

Lawblog.de

Freitag, Februar 22nd, 2008

Udo Vetter ist Anwalt, Blogger und Betreiber des allseits bekannten Lawblog. Er erzählt unter anderem von seinen Anfängen als Blogger sowie dem jetzigen Lawblog und stellte uns freundlicherweise ein Portrait von sich zur Verfügung, welches sich am Ende des Interviews befindet.

Herr Vetter, Ihr Blog schart eine beachtlich große Leserschaft um sich. Ich gehöre noch nicht dazu. Zu meiner Verteidigung muss ich hinzufügen, dass ich noch Neuling in der Blogosphäre bin. Wie schafft man eine solche Resonanz?

Ich habe im März 2003 mit 5 Klicks pro Tag angefangen. Drei kamen von mir selbst. Heute meine ich, schon das Schielen nach der Quote verhagelt diese. Auch verkappte PR vergrault die Leser. Der Leser will Authentizität und Content, den er woanders nicht findet.

Sie sind Anwalt. Welches ist Ihr Fachgebiet?

Ich bin Fachanwalt für Strafrecht.

Wie setzt sich ihr Publikum zusammen?

Das weiß ich nicht genau. Ich schätze, es ist mittlerweile ein Querschnitt der Bevölkerung. In den Kommentaren tummeln sich jedenfalls große und kleine Tiere.

Sehen Sie einen Anstieg der Abmahnungen innerhalb der Blogosphäre?

Abmahnungen sind Bloggers Risiko. Das liegt vor allem daran, dass das Netz dank Google nichts vergisst. Wer sich kritisch über andere äußert, muss damit rechnen, dass die "Gegenseite" sich juristisch wehrt.

Worauf sollte ein Blogger im Allgemeinen achten, um nicht in juristische Schwierigkeiten zu geraten?

Bei Meinungsäußerungen nicht die Grenzen zur Beleidigung überschreiten. Bei Tatsachenbehauptungen bedenken, dass man im Zweifel die Wahrheit einer Behauptung beweisen können muss. Wenn man dies nicht kann, schweigen. Oder Geld für den Anwalt zurücklegen.

Können Sie uns etwas über Ihren spektakulärsten Fall berichten?

Ich war Verteidiger in der Visa-Affäre und habe mich darauf gefreut, Joschka Fischer und Otto Schily als Zeugen zu grillen. Dazu kam es aber nicht, weil das Verfahren gegen meinen Mandanten eingestellt wurde. Das war mir natürlich sogar noch lieber.

Welche Blogs lesen Sie regelmäßig?

Laut meinem Feedreader 359.

Betreiben Sie auch noch andere Blogs?

Ja, das Knastblog.

Was können wir in Zukunft von Ihnen und dem Lawblog erwarten?

Es gibt keinen Masterplan für die Seite, nicht mal einen für den nächsten Tag. Ich schreibe einfach, was mir einfällt. Es steht nicht zu erwarten, dass mir daran die Lust vergeht.

Irgendwelche letzten Worte?

Ich hoffe inständig, dafür ist es noch zu früh.

Ich bedanke mich für das Interview.

Link: www.lawblog.de

Streetgirl.twoday.net

Mittwoch, Februar 20th, 2008

 

Das Freudenmädchen, wie sich Melanie nennt, gibt uns ein paar Einblicke in ihre Arbeit. Prostitution sei das älteste Gewerbe der Welt, so hört man immer wieder. Dennoch ist und bleibt diese Arbeit weiterhin ein Tabu.

Hallo Melanie, worum dreht es sich bei deinem Blog?

Hi David! Es ist ein Berufsblog, in dem ich über meinen Alltag und meine Erlebnisse berichte. Ich arbeite als Callgirl und auf der Straße in einer deutschen Großstadt.

Wie bist du auf die Idee gekommen, über deine Arbeit zu bloggen?

Ich lese schon seit einiger Zeit recht gern in anderen Blogs und vor allem haben es mir diejenigen angetan, in denen man in die Arbeitswelt anderer Leute hineinschnuppern kann. Irgendwie hatte ich nie eines zu meinem eigenen Beruf gefunden und so habe ich letztes Jahr spontan beschlossen, selbst zu bloggen. Ich bin dabei ziemlich ins kalte Wasser gesprungen und hatte keine Ahnung, ob das jemand lesen würde und ob ich einigermaßen schreiben könnte, aber es hat sich sehr angenehm entwickelt seitdem.

Hast du schon mal einschlägige Anfragen von Lesern bekommen? Wenn ja, wie fällt deine Reaktion aus?

Die bekomme ich fast täglich und das Blog wäre als Werbeinstrument sicher eine interessante Sache. Aber ich lehne alle Anfragen ab, denn einerseits ist mir die Anonymität wichtig und andererseits könnte ich nicht mehr frei und unbefangen schreiben, wenn ich die Leser treffen würde.

Ich nehme an, deine Leserschaft ist nahezu komplett männlich?

Oh nein! Ganz im Gegenteil habe ich eine recht hohe Frauenquote unter den Lesern, ohne das jetzt in Zahlen ausdrücken zu können, denn auf Statistiken verzichte ich weitgehend. Aber ich sehe in den Kommentaren und in den Mails, dass es ziemlich ausgeglichen zwischen den Geschlechtern ist und das freut mich. Besonders bei den Mails ist das Spektrum ziemlich groß - von Schülerinnen, die mich für ein Referat befragen bis hin zu Frauen, die um Tipps bei bestimmten Praktiken bitten.

Arbeitest du hauptberuflich oder neben dem Studium?

Hauptberuflich, aber das soll nicht in Ewigkeit so bleiben. Ich habe noch einige andere Pläne im Leben und dazu gehört, dass ich in absehbarer Zeit ein Studium beginne und den Job dann an den Nagel hängen werde. Bis dahin widerstehe ich mehr oder weniger den Verlockungen und lebe relativ sparsam, um dann eine gewisse Absicherung zu haben.

Wie fallen die Reaktionen deiner Leser aus?

Sehr positiv. Die Trolle haben mich bisher recht wenig heimgesucht und in den Kommentaren entwickeln sich oft interessante und konstruktive Diskussionen. Da ich nicht nur über die kurioseren Erlebnisse schreibe sondern auch über weniger schöne Dinge, kommen natürlich auch geschockte und wütende Reaktionen. Aber sowas ist mir lieber, als wenn nur schulterzuckend konsumiert und weitergeklickt wird.

Welche Blogs liest du regelmäßig?

Das sind schon ein paar. Zur Standardlektüre gehören das Bestatterweblog, BILDblog und Eninas Schmökerverhökern. Und noch einige andere, aber das sprengt sonst den Rahmen, fürchte ich.

Betreibst du noch andere Blogs?

Nein.

Was können wir in Zukunft von dir und deinem Blog erwarten?

Das gleiche wie bisher: Lustige und weniger schöne Erlebnisse aus meinem Alltag, Antworten auf Fragen zum Thema Prostitution und was mir grad so wichtig ist. Ich schreibe immer spontan und das merkt man den Beiträgen manchmal auch an. Aber anders könnte ich das nicht.

Irgendwelche letzten Worte?

Ohne Gummi läuft nichts.

Melanie, danke für das Interview.

Link: streetgirl.twoday.net

Bestatterweblog.de

Dienstag, Februar 19th, 2008

 

Das Bestatterweblog berichtet vom Alltag eines Bestatters namens Tom. Zu diesem Beruf gehören Pietät und Taktgefühl zum A und O.

Hallo Tom. Dein Blog ist recht ausgefallen: Du berichtest vom Alltag  eines Bestatters. Wie bist du auf diesen Beruf gekommen?

Ich habe eine kaufmännische Ausbildung in diesem Betrieb gemacht und  die Tochter des Inhabers geheiratet.

Wie entsprang die Idee, ein Bestatter-Blog zu gründen?

Tod und Trauer gehören zu den Tabuthemen unserer Gesellschaft. Dennoch  wird man als Bestatter eigentlich bei jeder Gelegenheit intensiv  ausgefragt. Hieraus entsprang die Idee, das offensichtliche allgemeine  Interesse über ein Weblog zu befriedigen. Außerdem hilft mir das  Weblog, meine Erlebnisse zu verarbeiten.

Sind deine Leser ältere Leute die sich schonmal mit dem Übergang ins  Jenseits beschäftigen, oder schart sich ein buntes Publikum um das  Bestatterweblog?

Die Jüngsten, die sich geoutet haben, sind so um die 14, die älteste  Leserin ist 92 Jahre alt. Es ist ein durchweg gemischtes Publikum aus  allen Altersklassen und sozialen Schichten.

Wie fallen die Reaktionen deiner Leser aus?

Ich bekomme unwahrscheinlich viele positive Rückmeldungen und es  grenzt schon fast ein bißchen an Fanpost. Ich freue mich sehr darüber,  auf diese Weise ein positives Feedback zu bekommen. Das ist bei  Weblogs ja nicht immer so. Manche schreiben ein Blog und bekommen nur wenige Kommentare. Erst  wenn sie das Weblog einstellen wollen, melden sich oft zahlreiche  stille Leser. Ich bin ganz froh, daß meine Leser nicht ganz so still  sind.

Die wichtigste Regel eines Bestatters?

Behandele jeden Verstorbenen und Angehörigen so, als ob es Dein Vater  oder Deine Mutter wäre.

Erd- oder Feuerbestattung?

Feuerbestattung. Das spart Platz, Kosten und man kann mit der Asche  nach freiem Willen verfahren, wenn man sich auskennt.Meine Asche soll mal an einem meiner Lieblingsplätze verstreut werden.

Welche Blogs liest du regelmäßig?

Keine. Ich schaue ab und an beim Shopblogger rein und klicke mich mal durch  meine Blogroll. Aber von diesem kleindeutschen Gehabe "ich schreibe  bei dir nur wenn du auch bei mir kommentierst" halte ich nichts. Ich  mach mein Ding und kümmere mich nicht viel.

Was können wir in Zukunft von dir und deinem Blog erwarten?

In erster Linie möchte ich so weitermachen wie bisher. Allerdings  haben mich die Leser schon zu einem Buch zum Weblog überredet, das in  diesen Tagen erscheint. Mal sehen, wozu ich mich noch hinreißen lasse.  Derzeit wird viel nach einem Podcast gefragt.

Irgendwelche letzten Worte?

Macht’s gut. und danke für den Fisch!

Tom, danke für das Interview und weiterhin eine gute Zeit.

Link: www.bestatterweblog.de