Archive for the ‘Recht’ Category

augsblog.de

Montag, März 10th, 2008

Sascha’s Augsblog kümmert sich um Recht und Ordnung und hilft Konsumenten mit nützlichen Tipps, sich vor den Fängen skrupelloser Abzocker zu schützen.

Hallo, grüß dich. Führe uns doch bitte mal kurz durch das schöne Augsblog.

Schön? Danke für das Kompliment. Dabei sind meine Themen eigentlich alles andere als "schön". Im Augsblog geht es um Abzocker und Abgezockte, um Schwindler und Schurken, um Abmahnungen und Inkasso-Anwälte, um Kostenfallen, zwielichte Gestalten, Briefkastenfirmen und um Spammer. Eben um alles, was einem so begegnet als Betreiber eines Verbraucherschutz-Portals. Ab und zu schreibe ich aber auch über andere Themen. Aus dem Bereich Medien und Politik - und über Kuriositäten, wenn ich über sie stolpere.

Wo siehst du momentan die ärgsten Probleme betreffend Konsumenten- und Datenschutz im Internet?

Thema Nummer eins sind ganz klar die Abo- und Vertragsfallen, also Internetseiten, bei denen die vermeintliche Kostenpflicht im Kleingedruckten versteckt wird. Auf solche Seiten fallen jeden Monat zehntausende Menschen herein. Und das Schlimmste dabei: Viele der Opfer lassen sich dann von Inkassobriefen, Drohungen und Anwaltsschreiben einschüchtern und zahlen selbst die fragwürdigsten Forderungen.

Beim Datenschutz macht mir am meisten Sorgen, wie achtlos viele Menschen mit ihren höchstpersönlichen Daten umgehen. Wer nichts Besseres zu tun hat als auf windigen Webseiten Name, Adresse und Telefonnummer einzutragen, darf sich nicht wundern, wenn damit dann auch Schindluder getrieben wird.

Welche Regeln sollte jeder Internetnutzer oder Blogger unbedingt für sich einhalten?

1. Vorsicht bei der Herausgabe persönlicher Daten. 2. Gesundes Misstrauen an den Tag legen. 3. Immer daran denken, dass das Internet kein rechtsfreier Raum ist - und dass es mit der Anonymität im Web nicht weit her ist.

Wie bist du letztendlich auf deine Blog-Thematik gekommen?

Ich habe über zehn Jahre als Polizei- und Gerichtsreporter bei der Augsburger Allgemeinen gearbeitet, Sicherheit, Kriminalität und Datenschutz waren also schon immer meine Themen. 2002 habe ich die Seite Dialerschutz.de gegründet, die schnell zur bekanntesten deutschen Verbraucherseite rund ums Thema 0190-Dialer und Mehrwertdienste wurde.
Seit Herbst 2007 bin ich Mitbetreiber von Computerbetrug.de. Da ist das Augsblog thematisch nicht weit entfernt - halt mit dem Unterschied, dass der Schwerpunkt im Blog auf Meinungsbeiträgen und Kommentaren liegt, während die Seite eher nachrichtlich ausgerichtet ist.

Welche Blogs liest du regelmäßig?

lawblog.de, netzpolitik.org, media-ocean.de, blog.kairaven.de, blogsburg.de - und die Blogs in unserem Forum (forum.computerbetrug.de).

Betreibst du noch andere Blogs?

Nein, aber Computerbetrug.de und sein Forum sind ja auch zeitaufwändig genug. Man darf nicht vergessen, dass ich das alles neben meinem eigentlichen Hauptberuf mache.

Was können wir in Zukunft von dir und deinem Blog erwarten?

Spannende Geschichten. Aufklärungsarbeit. Und irgendwann dieses Jahr mal ein neues Design.

Irgendwelche letzten Worte?

Nein, aber eine Bitte: Lasst euch nicht einschüchtern, wenn ihr im Recht seid.

 

Link: www.augsblog.de

 

genderama.blogspot.com

Mittwoch, März 5th, 2008

Arne von Genderama befasst sich mit der gesellschaftlichen Gleichstellung von Mann und Frau. Allerdings - und das ist eher selten - aus der Perspektive der Männer.

Siehst du die Rechte der Männer und Väter ganz allgemein bedroht?

Ja. Man kann hier eine lange Liste aufmachen: Jungen erhalten für dieselben Leistungen schlechtere Noten als Mädchen. Als Heranwachsende können nur junge Männer zu Zwangsdiensten herangezogen werden. Vätern kann häufig der Kontakt zu ihren eigenen Kindern verweigert werden. Es gibt Frauengesundheitszentren und einen Frauengesundheitsbericht, aber nichts Vergleichbares für Männer. Da die Länge der Antworten bei dir (sinnvollerweise) begrenzt ist, kann ich hier nicht alle einzelnen Benachteiligungen aufzählen: In meinem Buch "Mänerbeben" umfasst eine entsprechende Auflistung zwanzig Seiten. Eine geraffte Liste hat die Männerrechtsgruppe MANNdat e.V. erstellt, sie ist in der rechten Randspalte meines Blogs unter der Zeile "Was wir wollen" verlinkt.

Ich wage zu behaupten, dass sich nicht wenige Männer über "Unterdrückung durch Feminismus" beklagen, aber eher beiläufig. Du hast ein Blog dazu erstellt. Warum?

Begonnen hat alles vor fast zehn Jahren, als ich ein Buch über populäre Irrtümer über Frauen und über Männer schreiben wollte. Bei der Recherche habe ich festgestellt, dass die Frauenbewegung mit vielen Vorurteilen gegenüber dem weiblichen Geschlecht ziemlich gut aufgeräumt hatte, dass aber dasselbe bei Männern noch nicht geschehen ist. Dort halten sich die Vorurteile weiterhin sehr hartnäckig - auch weil unsere Medien Männerrechtlern im Vergleich zu Feministinnen ein sehr begrenztes Podium bieten. Die Männerrechtsbewegung spielt sich vor allem im Internet ab. Das bedeutet leider auch, dass wir nur vergleichsweise wenige Männer auf den Hintergrund der verschiedenen Probleme aufmerksam machen können - und diejenigen, die diese Probleme erkannt haben, müssen sich besonders stark ins Zeug legen, um etwas zu erreichen. Bis jetzt wissen die meisten Männer vermutlich noch nicht mal, dass es eine Männerrechtsbewegung in Deutschland gibt.

Was muss sich ändern?

Was die Einzelthemen angeht, kann ich wieder nur auf die schon erwähnte MANNdat-Auflistung "Was wir wollen" verweisen, weil ich sonst vom Hölzchen aufs Stöckchen kommen würde. Wenn man den großen Gesamtrahmen betrachtet, wäre es schon eine enorme Hilfe, wenn die Medien den Interessen, Anliegen und Problemen von Männern als sozialer Gruppe ebenso viel Raum geben würde wie den Frauen als sozialer Gruppe. Das hundertachte Buch zu der Frage, ob wir einen neuen Feminismus brauchen, wird in den Leitmedien breit vorgestellt, die Titel der Männerbewegung nicht. Untersuchungsergebnisse, denen zufolge Frauen das höherwertige Geschlecht sind, werden breitflächig zitiert, entgegenlaufende Ergebnisse nicht, da sie nicht als politisch korrekt gelten. Bei dieser einseitigen Steuerung der öffentlichen Meinung ist es kein Wunder, dass es keine männliche Alice Schwarzer und nur ein Ministerium für Frauen, aber keines für Männer gibt.

Welche Blogs liest du regelmäßig?

Das Blog, das ich derzeit am häufigsten besuche, ist "Politisch korrekt" - was hochironisch ist, da ich als Liberaler mit politischer Korrektheit sonst herzlich wenig anfangen kann. Allerdings ist die hysterische Weise, wie derzeit die Islamdebatte geführt wird, alles andere als liberal, und man hat hier mittlerweile den Eindruck, alle Muslime zu Halbidioten oder latenten Gewalttätern zu erklären sei die neue Form der politischen Korrektheit in Deutschland geworden. Insofern halte ich den Namen dieses Blogs für nicht ganz ideal, aber mir gefällt, wie sein Betreiber die jeweils aktuellen Horrormeldungen des Tages mit gründlicher Recherche auf ihre Glaubwürdigkeit abklopft und ihnen fundierte Sachinformationen gegenüberstellt. Ansonsten lese ich eine ganze Reihe von medienkritischen Blogs wie z. B. das von Stefan Niggemeier.

Betreibst du noch andere Blogs?

Ja, ein "privates", also nicht in eine politische Bewegung eingebundenes, Blog als Autor: "Hinter meinem Schreibtisch". Dort veröffentliche ich aber sehr viel sporadischer als bei "Genderama".

Was können wir in Zukunft von dir und deinem Blog erwarten?

Kontinuität. Ich werde weiterhin alles geben, um über jede in meinen Augen interessante Meldung aus der Geschlechterdebatte zu berichten und sie zu kommentieren, wenn es sinnvoll erscheint. Wobei die Nachrichtenlage stark wechselt: Es gibt öfters mal Tage, da fühle ich mich zu sieben Einträgen angehalten (mein Spitzenwert waren zwölf), und andere, da passiert überhaupt nichts berichtenswertes. Wenn ich beruflich viel zu tun habe, mutiert mein Blog auch schon mal zur reinen Nachrichtenabwurfstelle. An ruhigeren Tagen kann ich mir die Zeit nehmen zu überlegen, wie ich eine Nachricht sprachlich so ansprechend präsentiere, dass die Besucher meines Blogs beim Lesen schmunzeln müssen oder dass - in anderen Fällen - meine Empörung auf sie überspringt. Hin und wieder verfasse ich auch sehr ausführliche Kommentare, Buchrezensionen oder veröffentliche aussagestarke Lesermails.

Irgendwelche letzten Worte?

Ganz generell gesprochen: Wenn Journalisten gründlich recherchieren würden, anstatt nur dem Zeitgeist nachzuplappern, hätten wir viele Probleme nicht.

 

Link: genderama.blogspot.com

Lawblog.de

Freitag, Februar 22nd, 2008

Udo Vetter ist Anwalt, Blogger und Betreiber des allseits bekannten Lawblog. Er erzählt unter anderem von seinen Anfängen als Blogger sowie dem jetzigen Lawblog und stellte uns freundlicherweise ein Portrait von sich zur Verfügung, welches sich am Ende des Interviews befindet.

Herr Vetter, Ihr Blog schart eine beachtlich große Leserschaft um sich. Ich gehöre noch nicht dazu. Zu meiner Verteidigung muss ich hinzufügen, dass ich noch Neuling in der Blogosphäre bin. Wie schafft man eine solche Resonanz?

Ich habe im März 2003 mit 5 Klicks pro Tag angefangen. Drei kamen von mir selbst. Heute meine ich, schon das Schielen nach der Quote verhagelt diese. Auch verkappte PR vergrault die Leser. Der Leser will Authentizität und Content, den er woanders nicht findet.

Sie sind Anwalt. Welches ist Ihr Fachgebiet?

Ich bin Fachanwalt für Strafrecht.

Wie setzt sich ihr Publikum zusammen?

Das weiß ich nicht genau. Ich schätze, es ist mittlerweile ein Querschnitt der Bevölkerung. In den Kommentaren tummeln sich jedenfalls große und kleine Tiere.

Sehen Sie einen Anstieg der Abmahnungen innerhalb der Blogosphäre?

Abmahnungen sind Bloggers Risiko. Das liegt vor allem daran, dass das Netz dank Google nichts vergisst. Wer sich kritisch über andere äußert, muss damit rechnen, dass die "Gegenseite" sich juristisch wehrt.

Worauf sollte ein Blogger im Allgemeinen achten, um nicht in juristische Schwierigkeiten zu geraten?

Bei Meinungsäußerungen nicht die Grenzen zur Beleidigung überschreiten. Bei Tatsachenbehauptungen bedenken, dass man im Zweifel die Wahrheit einer Behauptung beweisen können muss. Wenn man dies nicht kann, schweigen. Oder Geld für den Anwalt zurücklegen.

Können Sie uns etwas über Ihren spektakulärsten Fall berichten?

Ich war Verteidiger in der Visa-Affäre und habe mich darauf gefreut, Joschka Fischer und Otto Schily als Zeugen zu grillen. Dazu kam es aber nicht, weil das Verfahren gegen meinen Mandanten eingestellt wurde. Das war mir natürlich sogar noch lieber.

Welche Blogs lesen Sie regelmäßig?

Laut meinem Feedreader 359.

Betreiben Sie auch noch andere Blogs?

Ja, das Knastblog.

Was können wir in Zukunft von Ihnen und dem Lawblog erwarten?

Es gibt keinen Masterplan für die Seite, nicht mal einen für den nächsten Tag. Ich schreibe einfach, was mir einfällt. Es steht nicht zu erwarten, dass mir daran die Lust vergeht.

Irgendwelche letzten Worte?

Ich hoffe inständig, dafür ist es noch zu früh.

Ich bedanke mich für das Interview.

Link: www.lawblog.de