Alzheimer.myblog.de
Sonntag, Februar 24th, 2008Noga führt ein Blog zum Thema Alzheimer. Sie berichtet vom Leben ihrer betroffenen Mutter und ihrem Alltag als Tochter und Betreuerin.
Willkommen Noga. Was ist das Kernthema deines Blogs?
Ich erzähle aus der Angehörigenperspektive, was die Demenzerkrankung meiner Mutter für mich bedeutet. Wie verändert sich die Beziehung? Was kann ich für meine Mutter tun und was lasse ich besser? Wo stoße ich an die Grenzen meiner Belastbarkeit und welche Formen von Unterstützung gibt es? Außerdem berichte ich über den Verwaltungskram, mit dem man sich herumschlagen muß, sowie vom Gericht, über die Krankenkasse und Rentenstelle etc. Gelegentlich kommentiere ich auch Bücher, Filme oder Zeitungsartikel zum Thema "Alzheimer" und zeige Fotos aus der künstlerischen Arbeit mit Demenzkranken oder vom Hundebesuchsdienst und der therapeutischen Arbeit mit Tieren.
Wie hält man sich stark, wenn ein Angehöriger betroffen ist? Hast du ein paar Tipps?
Es ist wichtig, das eigene Leben weiterzuleben und nicht total in der Krankheit aufzugehen. Der Austausch in einer Selbsthilfegruppe für Angehörige, eigene Interessen weiter zu pflegen und Freunde, dei einen unterstützen, sind sehr wichtig. Man muß auch den Punkt finden, wann man aufhört, sich mit immer neuen allgemeinen Informationen zu versorgen. Diese und jene Detail-Info wird man immer wieder brauchen, weil einen neue Situationen im Verlauf der Krankheit mit neuen Fragen konfrontieren.
Was bedeutet dir bloggen und wie bist du dazu gekommen?
Ich habe schon sehr früh begonnen Tagebuch zu schreiben. Für mich ist Schreiben eine Form der Verarbeitung. Weblogs habe ich relativ spät kennengelernt und fand besonders die Möglichkeit des Austausches und Kommentierens sehr reizvoll. Zur Zeit blogge ich etwas weniger. Gerade in der Anfangszeit als ich mit der Krankheit zurecht kommen mußte, habe ich oft täglich einen Eintrag geschrieben.
Welche Blogs liest du regelmäßig?
Im Gedankenträger wasweissich.twoday.net erzählt Moni, wie sie als alleinerziehende Mutter, Übersetzerin und bekennender Opern-Fan mit einem autistischen Kind lebt, Frau Pepa berichtet von ihren Einsätzen als Notärztin, bei "River und seine Familie" erfahre ich, wie ein Border-Collie-Welpe zum Therapiehund ausgebildet wird. "Chajms Sicht" kommentiert jüdisches Leben in Deutschland und manchmal auch darüber hinaus. Alle anderen "regelmässigen" stehen in meiner Blogroll.
Betreibst du noch andere Blogs?
Ja, ein kulturell-politisches. Mehr sag ich nicht!
Was können wir in Zukunft von dir und deinem Blog erwarten?
Ich möchte gerne Kurzinterviews mit Leuten machen, die aus ganz unterschiedlicher beruflicher Perspektive mit Demenzkranken zu tun haben (Pflegekraft, Krankengymnastin, Therapiehundeführer, Rechtspfleger, Heimleiter …). Es ist aber eine Frage der Zeit, wann ich dazu kommen werde.
Irgenwelche letzten Worte?
- Pflege das Leben, wo es Dir begegnet.
- Versuche nicht Deine Probleme, sondern Dich von Deinen Problemen zu lösen.
Vielen Dank für das Interview, Noga.
Link: alzheimer.myblog.de


