Lawblog.de
Freitag, Februar 22nd, 2008Udo Vetter ist Anwalt, Blogger und Betreiber des allseits bekannten Lawblog. Er erzählt unter anderem von seinen Anfängen als Blogger sowie dem jetzigen Lawblog und stellte uns freundlicherweise ein Portrait von sich zur Verfügung, welches sich am Ende des Interviews befindet.
Herr Vetter, Ihr Blog schart eine beachtlich große Leserschaft um sich. Ich gehöre noch nicht dazu. Zu meiner Verteidigung muss ich hinzufügen, dass ich noch Neuling in der Blogosphäre bin. Wie schafft man eine solche Resonanz?
Ich habe im März 2003 mit 5 Klicks pro Tag angefangen. Drei kamen von mir selbst. Heute meine ich, schon das Schielen nach der Quote verhagelt diese. Auch verkappte PR vergrault die Leser. Der Leser will Authentizität und Content, den er woanders nicht findet.
Sie sind Anwalt. Welches ist Ihr Fachgebiet?
Ich bin Fachanwalt für Strafrecht.
Wie setzt sich ihr Publikum zusammen?
Das weiß ich nicht genau. Ich schätze, es ist mittlerweile ein Querschnitt der Bevölkerung. In den Kommentaren tummeln sich jedenfalls große und kleine Tiere.
Sehen Sie einen Anstieg der Abmahnungen innerhalb der Blogosphäre?
Abmahnungen sind Bloggers Risiko. Das liegt vor allem daran, dass das Netz dank Google nichts vergisst. Wer sich kritisch über andere äußert, muss damit rechnen, dass die "Gegenseite" sich juristisch wehrt.
Worauf sollte ein Blogger im Allgemeinen achten, um nicht in juristische Schwierigkeiten zu geraten?
Bei Meinungsäußerungen nicht die Grenzen zur Beleidigung überschreiten. Bei Tatsachenbehauptungen bedenken, dass man im Zweifel die Wahrheit einer Behauptung beweisen können muss. Wenn man dies nicht kann, schweigen. Oder Geld für den Anwalt zurücklegen.
Können Sie uns etwas über Ihren spektakulärsten Fall berichten?
Ich war Verteidiger in der Visa-Affäre und habe mich darauf gefreut, Joschka Fischer und Otto Schily als Zeugen zu grillen. Dazu kam es aber nicht, weil das Verfahren gegen meinen Mandanten eingestellt wurde. Das war mir natürlich sogar noch lieber.
Welche Blogs lesen Sie regelmäßig?
Laut meinem Feedreader 359.
Betreiben Sie auch noch andere Blogs?
Ja, das Knastblog.
Was können wir in Zukunft von Ihnen und dem Lawblog erwarten?
Es gibt keinen Masterplan für die Seite, nicht mal einen für den nächsten Tag. Ich schreibe einfach, was mir einfällt. Es steht nicht zu erwarten, dass mir daran die Lust vergeht.
Irgendwelche letzten Worte?
Ich hoffe inständig, dafür ist es noch zu früh.
Ich bedanke mich für das Interview.
Link: www.lawblog.de



